Der neue Turm lässt sich sehen

Stadtmuseum: Endspurt beim Innenausbau

Geschichtsturm mit Blick über die Innenstadt: Das Stadtmuseum wird Besucher auch zu ganz neuen Ausblicken einladen. Die den Turm-Anbau krönende „Stadtloggia“ soll für Ausstellungen und Tagungen genutzt werden. Die für die Verkleidung verwendeten Klinker finden sich auch in ehemaligen Fensterelementen des ursprünglich ganz verklinkerten historischen Gebäudes wieder. Fotos:  Schachtschneider

Kassel. Seit gestern ist das Gerüst um den Turm-Anbau am Stadtmuseum abgebaut und das Gebäude am Ständeplatz ist nun vollständig in seiner neuen Gestalt zu sehen.

Ganz oben reflektiert das Panoramafenster der „Stadtloggia“ den Himmel über Kassel, dahinter arbeiten Spezialisten daran, den Betonwänden den kosmetisch letzten Schliff zu geben. „Wir haben die Kurve gekriegt und sind im Endspurt“, sagt Stadtbaurat Christof Nolda durchaus erleichtert.

Die Probleme seien passé, jetzte gehe es an die Fertigstellung. Damit erinnert Nolda an die vielen Schwierigkeiten und bösen Überraschungen, die beim Bauen in und an dem 1869 bis 1871 errichteten ehemaligen Kunsthaus auftraten: fehlende Fundamente und statische Probleme, Schadstofffunde und ein feuchter Keller und vieles mehr. Verzögerungen und Mehrkosten waren die Folge.

Der Innenausbau ist zwar noch nicht abgeschlossen, doch jetzt kann sich das neue Stadtmuseum mit einer ungefähr doppelt so großen Fläche von rund 200 Quadratmetern schon sehen lassen. Ein heller Eingangsbereich empfängt den Besucher. Der alte, aus den 50er-Jahren stammende Treppenaufgang wurde bereits aufwendig restauriert. Die alten Jurasandsteinplatten wurden gereinigt und werden auf dem noch unebenen Backsteinboden demnächst neu verlegt.

Baufortschritt am Kasseler Stadtmuseum

In den Ausstellungsräumen (drei Stockwerke im Altbau für die Dauerausstellung und vier Etagen im neuen Geschichtsturm für Sonderausstellungen) wurde Edelestrich aufgebracht, erläutert der Leiter des Hochbauamtes, Axel Jäger. Viel zu tun haben noch die Haustechniker, die auch auf dem niedrigen Dachboden Leitungen, Kabel und Rohre verlegt haben. „Später wird man nicht mehr sehen, was hier alles an Technik drin steckt“, sagt Jäger stolz und deutet auf die Decke eines Ausstellungsraumes, die bereits mit einer Kühl- und Heiztechnik ausgestattet ist.

Arbeiter sind derzeit auch dabei, das unter einigen Schwierigkeiten eingebaute interne Treppenhaus, das auch als Fluchtweg dient, im Altbau fertigzustellen. In anderen Bereichen werden schon Türen eingebaut.

Voraussichtlich Ende Januar werde der Innenausbau abgeschlossen sein und könne an die Museumsgestalter übergeben werden, so Jäger. Selbst der einst feuchte und nun nicht mehr bodenlose Keller kann künftig für Vorträge und Tagungen genutzt werden.

Der Eröffnungstermin im nächsten Jahr stehe noch nicht fest. Auch könne man noch nicht abschließend sagen, ob es bei den zuletzt veranschlagten 11,9 Mio. Euro (zuerst waren es 7,5 Mio. Euro) für den Umbau bleibt. Nolda: „Bei einer solch komplizierten Baustelle gibt es immer ein Abrechnungsrisiko.“

Von Martina Heise-Thonicke

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