Zur Eindämmung des Vogelgrippe-Erregers

Stallpflicht: Tiere in Kasseler Parks und Zoos müssen vorzeitig ins Winterquartier

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Auch sie müssen trotz der milden Temperaturen bereits in die Voliere: die Pfauen auf der Blumeninsel Siebenbergen.

Kassel. Von den Pfauen auf der Insel Siebenbergen bis zu den Flamingos und Emus in Tierparks: Sie alle haben trotz der milden Temperaturen ihre Winterquartiere beziehen müssen.

Dazu verpflichtet die hessenweit angeordnete Stallpflicht wegen des Vogelgrippe-Erregers H5N8.

Nach der Geflügelpestverordnung müssen Hühner, Fasane, Laufvögel, Wachteln, Enten oder Gänse nun in geschlossene Ställe oder zumindest in Behausungen, die einen Kontakt mit Wildvögeln verhindern.

Stadt Kassel

Die zahlreichen Schwäne und Enten in Kassel – etwa am Bugasee sowie an der Fulda und an Teichen – müssten deshalb aber nicht eingefangen und eingesperrt werden. „Die Aufstallungspflicht gilt nicht für wildlebende Vögel wie Schwäne und Enten, sondern nur für gehaltenes Geflügel“, betont Stadtsprecher Sascha Stiebing. Auch der Taubenschlag unter dem Rathausdach sei nicht betroffen. „Tauben sind von der Aufstallungsverpflichtung ausgenommen. Taubenhalter unterliegen grundsätzlich nicht dem Aufstallungsgebot“, sagt Stiebing.

Museumslandschaft

Die Schwäne und Enten auf dem Gelände der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) gelten als Wildvögel, berichtet MHK-Sprecherin Natascha Callebaut. Wenn nötig, kümmere sich ein Wildhüter um die Tiere. Folgen hat die Stallpflicht nach Callebauts Angaben allerdings für die Pfauen auf der Insel Siebenbergen. Sie kamen vorzeitig in die Voliere. Wegen der Witterung musste das eigentlich noch nicht sein. Zwei Pfauen sind bereits drin, das dritte Exemplar habe sich noch nicht fangen lassen, so Callebaut. Wie berichtet, war das Männchen erst im Mai von Leipzig nach Kassel gekommen und schon mehrfach im Stadtgebiet unterwegs.

Zoo am Rammelsberg

Vorzeitig ins Winterquartier mussten unter anderem auch Emus, Nandus und Flamingos des Kleintierzoos am Rammelsberg. Für den 1974 von Familie Schwenk gegründeten Privatzoo endet die Saison aber ohnehin alljährlich mit dem Monat November, sagt Monika Schwenk. Letztmals öffnet er 2016 am Samstag und Sonntag (10 bis 16 Uhr) sowie am Dienstag und Mittwoch (14 bis 16 Uhr).

Tierpark Sababurg

Von der Stallpflicht ist auch der Tierpark Sababurg betroffen. Die Wellensittichanlage ist für Besucher gesperrt, ebenso die Wassergeflügelanlage. Störche, Enten und Gänse sind in Ställen. Zudem ist für Besucher der Bereich der Falknerei unzugänglich. Dort sind nun auch die Uhus und Schneeeulen in Ställen. Das Areal der Schleiereulen und Waldkäuze ist mit Planen abgehangen, die Fasane sind in Ställen. Auch alle Bauernhoftiere sind im Stall. Normalerweise leben die Gänse, Hühner und Puten draußen. „Das ist aber kein Problem, die Ställe sind groß genug“, sagt Betriebsleiter Uwe Pietsch.

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