Plattform bringt Schulabgänger und Betriebe auf Zeit zusammen

Start-up "Praktikumsjahr" vermittelt jetzt auch in Kassel

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Bringen die Plattform „Praktikumsjahr“ auch nach Kassel: Die Gründer Malte Bürg er, Jan Herold Müller, Hendrik Heil und Johannes Feik.

Kassel – Was kommt nach der Schule? Viele Jugendliche haben darauf nicht gleich eine Antwort. Die ist auch nicht so einfach zu finden bei mehr als 320 anerkannten Ausbildungsberufen. Das Start-up „Praktikumsjahr“ aus Fulda, das ihnen bei der Berufswahl Orientierung geben will, bietet seine Dienste jetzt auch in Kassel an.

Das Unternehmen, das 2018 mit dem Hessischen Gründerpreis ausgezeichnet wurde, bringt Betriebe und Praktikanten zusammen. Das Besondere: Innerhalb von sechs bis zwölf Monaten wechseln die Schulabgänger etwa alle zwei Monate das Unternehmen. Innerhalb eines Jahres kann ein Praktikant so also in verschiedene Unternehmen und Berufsfelder hineinschnuppern.

„Diese Möglichkeit gab es so bislang kaum und wenn, dann nur mit großem Organisationsaufwand“, sagt Geschäftsführer Malte Bürger (21). Beim Onlineportal Praktikumsjahr können sich die Schulabgänger einfach registrieren und aus 22 Berufsfeldern diejenigen auswählen, an denen sie Interesse haben.

„Basierend auf diesen Angaben werden ihnen Unternehmen in der Region vermittelt, in denen sie ein Praktikum absolvieren können“, erläutert Bürger. Start und Dauer seien dabei flexibel. Nach jedem Praktikum erhält der Praktikant ein Arbeitszeugnis. Und ein kleines Taschengeld gibt es auch. „Der Betrieb zahlt 250 Euro im Monat“, so Bürger. Die Plattform selbst finanziere sich über eine Vermittlungsgebühr, welche die Partnerunternehmen zahlen.

Nachdem Praktikumsjahr, das im Sommer 2018 gegründet wurde, bereits in einigen großen hessischen Städten vermittelt, folgt jetzt der Schritt nach Kassel. Unterstützt wird das Start-up dabei von der Wirtschaftsförderung Region Kassel. Die ersten hiesigen Betriebe erstellen Bürger zufolge bereits Praktikumsstellen über die Plattform. Mit dabei sind demnach bereits der KBB Beton Betrieb und der Arbeitskreis Gemeindenahe Gesundheitsversorgung (AKGG). Mit einigen weiteren stehe das Onlineportal kurz vor einem Vertragsabschluss.

Das Praktikumsjahr sei eine gute Investition in die Zukunft für beide Seiten, sagt Claudia Baer von AKGG. Viele ihrer derzeitigen Auszubildenden hätten vorher ein Praktikum beim Arbeitskreis gemacht. „Was können wir Besseres tun, als junge Leute dabei zu unterstützen, eine tragfähige Entscheidung über die berufliche Zukunft zu treffen?“

Insgesamt arbeitet Praktikumsjahr mit 80 Partnerunternehmen zusammen. Knapp 400 Schulabgänger hätten sich bislang registriert, sagt Bürger. Im Praktikum befänden sich derzeit rund 20 von ihnen. Auch der Schritt vom Praktikum zu einer Ausbildungsstelle habe in mindestens zwei Fällen schon geklappt.

Weitere Informationen:praktikumsjahr.de

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