Trotzdem keine Entwarnung in Sicht

Stickstoffdioxid-Belastung in Kassel 2017 erstmals unter Grenzwert

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Problem Autoabgase: Mit 38,9 Kilogramm blieb 2017 die Stickstoffdioxid-Belastung in Kassel – gemessen von der Station an der Fünffensterstraße – knapp unter dem Grenzwert.

Kassel. Die Belastung der Kasseler Luft mit Stickstoffdioxid (NO2) nimmt ab. Die Stadt sieht aber keinen Grund zum Aufatmen, nachdem 2017 erstmals der zulässige NO2-Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft unterschritten wurde.

38,9 Mikrogramm wurden im Jahresschnitt an der Messstation Fünffensterstraße ermittelt. Zum Vergleich: Der Wert lag 2015 mit 42,1 Mikrogramm und 2016 mit 43 Mikrogramm über dem Grenzwert.

Tendenziell sei für die vergangenen Jahre eine Abnahme zu erkennen. „Als Entwarnung kann diese eine Unterschreitung jedoch nicht angesehen werden“, betont die Stadt Kassel auf Anfrage. Zumal nach Berechnungen des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) an anderen Stellen im Stadtgebiet Werte über dem Grenzwert festgestellt worden seien.

Weitere Messungen

Um nachzuweisen, dass diese Berechnungen stimmen, sollen ab Januar auch in der Schönfelder Straße die NO2-Konzentration gemessen, monatlich ausgewertet und mit den Werten der Fünffensterstraße verglichen werden. Im Jahresverlauf erwarte man sich dadurch wichtige Erkenntnisse, sagt Stadtsprecher Michael Schwab nach Rücksprache mit Experten im Umwelt- und Gartenamt.

Das Landesamt betreibt in Kassel zwei Luftmessstationen: die eine an der Fünffensterstraße und eine zweite Messeinrichtung auf dem Parkplatz hinter der Komödie. Für die Bewertung der lufthygienischen Situation im Ballungsraum Kassel seien die Messungen in der Fünffensterstraße ausschlaggebend, betont die Stadt.

Städte-Vergleich

Um beurteilen zu können, welches die Gründe für den Rückgang der Stickstoffdioxid-Belastung sind, sollen die Kasseler Werte mit denen anderer hessischer Messstationen verglichen werden. Dabei werde auch geprüft, ob dort eine ähnliche Tendenz festzustellen sei. Zudem sei Kassel mit anderen hessischen Städten in den „Fonds für nachhaltige Mobilität“ aufgenommen worden. Das Förderprogramm, beschlossen beim sogenannten Diesel-Gipfel, solle kurzfristig Maßnahmen zur dauerhaften Unterschreitung der Grenzwerte aufzeigen.

Dass die Luftbelastung in Kassel nach wie vor Probleme bereitet, deutet nach Angaben der Stadt allein die Feinstaub-Belastung an. Während das Stickstoffdioxid zurückging, sind 2017 die Feinstaubwerte im Vergleich zum Vorjahr etwas angestiegen. Das Jahresmittel an der Verkehrsmessstation Fünffensterstraße betrug 25 Mikrogramm, 2016 waren es 24 Mikrogramm. Der Grenzwert liegt auch hier bei 40 Mikogramm.

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