Laut Stadt muss Platz vollständig ausgeleuchtet sein

Er blendet: Neuer Strahler am Kasseler Kulturbahnhof sorgt für Unmut

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Neu aufgestellt: Der Lichtmast erhellt den Rainer-Dierichs-Platz vor dem Kulturbahnhof. Die Strahler sind so stark, dass sie Café-Besucher blenden.

Kassel. Der grelle Schein der Flutlichtstrahler blendet – nicht etwa die Besucher im Auestadion, sondern die Reisenden beim Verlassen des Kulturbahnhofs.

Fußballplatzatmosphäre plötzlich mitten in der Innenstadt? Oder steckt vielleicht doch ein Kunstwerk hinter dieser Lichtinstallation? Auf jeden Fall sorgte der Lichtmast für Irritationen. Wir haben nachgefragt: Was ist denn da los?

Die Beleuchtung des Bahnhofsvorplatzes entsprach nicht mehr den heute gültigen Richtlinien für die Ausleuchtung eines derartigen öffentlichen Platzes, heißt es von der Stadt Kassel auf Anfrage.

Auch nach den Richtlinien der Deutschen Bahn AG müssten Bahnhofsvorplätze gleichmäßig ausgeleuchtet sein. Klingt logisch. Die Lösung des Problems soll also der auffällig hohe Mast auf der Werner-Hilpert-Straße sein. Die drei Lichtstrahler sind direkt auf den Vorplatz gerichtet.

Was allerdings bei der Aufstellung etwas unterschätzt wurde, ist die Reichweite des Strahlers. Seine Strahlkraft reicht bis in die Außenbereiche der Gastronomiebetriebe. Einige Gäste dort fühlen sich vom hellen Licht gestört. „Der blendet enorm“, sagt Max Mayer, der kürzlich Gast in der Caricatura-Bar am Kulturbahnhof war. Hässlich sei das Ding noch dazu, findet der Kasseler.

Als er mit der Gruppe vor dem Kulturbahnhof gesessen habe, haben sich alle nacheinander über den grellen Lichtschein gewundert, erzählt Mayer. Der Platz sei ursprünglich mal zum Verweilen errichtet worden, so mache es aber keinen Spaß mehr, sich dort aufzuhalten. Er wirke lediglich wie eine Schleuse vom Bahnhof zu den Bushaltestellen.

Das sehen die Stadt und die Deutsche Bahn allerdings anders: Damit der Vorplatz städtebaulich als „Freiraum“ wirken und darüber hinaus für Veranstaltungen genutzt werden kann, hätten die DB AG und die Stadt zusammen abgestimmt, den Platz von mehreren Einzelmasten freizuhalten, so Stadtsprecher Michael Schwab. Mit den Städtischen Werken habe man sich auf die Lösung mit dem Strahler verständigt.

Eine Nachjustierung, um die Blendwirkung zu reduzieren, sei in Vorbereitung. Bleibt zu hoffen, dass sich das Problem lösen lässt. Wobei: Ein bisschen Stadion-Atmosphäre in Kassel für die anstehende Fußball-Weltmeisterschaft könnten wir uns doch eigentlich anfreunden.

Unübersehbar: Der Lichtmast am Kulturbahnhof.

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