Für 3,1 Millionen Euro

Umbau beendet: Studentenwohnheim in Kassel ist jetzt grüne Heimat

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Schick und praktisch: Studentin Greta John (18) freut sich über ihr Zimmer im modernisierten Studentenwohnheim an der Weserstraße.

Kassel. An der Weserstraße ist für 3,1 Millionen Euro das Studentenheim energetisch saniert worden: Bewohner können sich über niedrigere Heizkosten freuen und viel Grün genießen. 

Als Nordhessens erstes Junggesellen-Hochhaus war es Ende der 50er-Jahre gebaut worden: In dem Wohnheim an der Weserstraße sollten junge Männer – so titelte unsere Zeitung – „alles finden, was einen Feierabend gemütlich macht.“ Wo einst ledige Arbeiter praktisch und behaglich wohnten, haben seit 1980 Kassels Studierende ein Dach über dem Kopf gefunden. Und das jetzt mit deutlich mehr Komfort: Für 3,1 Mio. Euro, die das Studentenwerk Kassel aus Eigenmitteln und Darlehen bestreitet, ist das Wohnheim saniert worden. Am Freitagnachmittag wurde es mit einer Feierstunde wiedereröffnet.

Von März bis Oktober 2017 war das alte Studierendenwohnheim entkernt und umgebaut sowie raumklimatisch und energetisch erneuert worden, berichtet Christina Walz, die Geschäftsführerin des Studentenwerks. Die 72 Bewohner könnten nun dank der neuen Fassadendämmung mit niedrigen Heizkosten für ihre Einzelapartments rechnen. Energie sparen können sie auch aktiv: Auf einem Monitor im Eingangsbereich werden die Energieverbräuche abgebildet. Das soll ein Ansporn sein: Einmal pro Monat sollen jene Mieter mit Mensagutscheinen belohnt werden, auf deren Etage am wenigsten Energie verbraucht wurde.

Leuchtendes Grün: Auch die Fassade des Hochhauses an der Weserstraße hat sich verändert. Für die volle Ansicht bitte auf das Bild klicken.

Grün leuchten die Streifen an der Fassade, grün ist auch das Motto vor der Tür: Direkt neben der vierspurigen Weserstraße sollen künftig Wildblumenzonen, Insektenhotels, Fledermaus- und Vogelnistkästen am Wohnheim dafür sorgen, dass die Natur nicht weiter verdrängt wird.

Als „Aushängeschild des ökologischen und energieeffizienten Wohnens“ bezeichnet Dr. Oliver Fromm, Kanzler der Universität Kassel, das neue Wohnheim an der Weserstraße. Dass für Studierende guter und bezahlbarer Wohnraum in Uni-Nähe ein wichtiges Kriterium ist, darüber waren sich auch die anderen Festredner einig. Dazu zählten Kassels Bürgermeisterin Ilona Friedrich, Ex-Uni-Präsident Prof. Rolf-Dieter Postlep, der inzwischen der Präsident des Deutschen Studentenwerks ist, und Patrick Burghard, Staatssekretär im Hessischen Wissenschaftsministerium. Das Land Hessen fördert die Sanierung des Wohnheims mit 100 000 Euro für die Herstellung der Außenanlage.

Die Studierenden Greta John und Patrick Frambach öffneten am Freitag ihre Türen: Beide freuen sich, ein frisch renoviertes Appartement nur wenige Minuten vom Campus entfernt ergattert zu haben. Die Mieten betragen zwischen 270 und 280 Euro. Weiße Möbel, Kochnische, Duschbad sowie Aufzug, Waschküche und Gemeinschaftsraum im Keller – auch sie finden wie die einstigen Junggesellen „alles, was einen Feierabend gemütlich macht“. Also nicht nur ein Dach über dem Kopf, sagt Christina Walz, sondern auch „eine Heimat auf Zeit“.

Studentenwerk hat 1092 Wohnheimplätze

Das Studentenwerk Kassel verfügt über 1092 Plätze (126 davon am Standort Witzenhausen) in 23 Studentenwohnheimen. Das größte Wohnheim mit 138 Plätzen ist das Max-Kade-Haus am Campus Holländischer Platz. In den kommenden Jahren sollen an den bisherigen Standorten weitere 50 Plätze entstehen.

2019 soll das Wohnheim an der Wolfhager Straße saniert werden. Die Wohnheimplätze sind begehrt, berichtet Brigitte Schwarz vom Studentenwerk Kassel. Ihr Tipp: Sich nicht nur auf ein Wohnheim beschränken, sondern auf einen Platz in allen Wohnheimen bewerben.

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