Ausstellung ist eröffnet

Studierende der Uni Kassel zeigen Entwürfe für Markthallen-Vordach

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Die Markthalle von oben: Für den im Bild oberen Vorplatz, dort, wo regelmäßig der Freiflächenmarkt stattfindet, haben die Studierenden verschiedene Modelle für ein Vordach entworfen.

Kassel. Wie würde die Kasseler Markthalle mit einem Vordach für den oberen Vorplatz aussehen? Dieser Frage sind 20 Kasseler Studierende der Architektur nachgegangen.

Insgesamt acht Modelle haben sie für den Vorplatz in Richtung Westen entworfen, wo Gemüsehändler und Floristen regelmäßig ihre Ware anbieten. Die Modelle sind seit Donnerstag in der unteren Etage der Markthalle ausgestellt. Wir haben mit den Studierenden über ihre Entwürfe gesprochen.

In den Entwürfen der Studierenden trifft Tradition auf Moderne. So wie in der Arbeit mit dem Titel „First Light“ (Tagesanbruch) von Betül Kilic (20) und Jannik Aulich (21). Ihr Entwurf orientiert sich an dem Glasdach der Markthalle: Ein lichtundurchlässiger stählerner Rahmen trägt eine quadratische Glasdecke.

So könnte ein Vordach für die Markthalle aussehen: Der Entwurf von Daniel Günther (23) und Linus Netzband (24) heißt „Diagrid Market“. Diagrid ist ein Begriff aus der Architektur und bedeutet, dass sich die Elemente eines Rahmenbaus diagonal kreuzen. Berühmte Gebäude, bei deren Bau diese Technik zur Anwendung kam, sind etwa der „Hearst Tower“ in New York oder das „30 St Mary Axe“ in London.

Auch Tina Heidenreich (23) und Jessica Henkel (23) setzen auf Glas und Stahl. Ihr „Steelforest“ (Stahlwald) kommt mit einem bedruckten Glasdach daher, wodurch ein Schattenspiel entsteht. Bei Tageslicht soll so ein Weg zum Haupteingang der Markthalle entstehen. Ein wetterbetriebener Wegweiser also. Dynamisch ist auch die Konstruktion, die Hannah Stricker (19), Inka Kothe (20) und und Angela Rybacki (21) entworfen haben. Ihr „Coelestin“ orientiert sich an dem gleichnamigen kristallinen Mineral. Ebenso kristallartig muten die trichterartigen Dachflächen an, in denen Luftkissen aus witterungs- und sonnenresistenter Folie zwischen Stahlstreben gespannt sind. Die transparenten Folien sollen genügend Licht auf den Vorplatz lassen und trotzdem vor Hitze schützen. Pate für den Entwurf stand das Marktdach in Unterföhring.

Stilvorgaben habe es für die Studierenden keine gegeben, sagte Moritz Rumpf bei der Eröffnung der Ausstellung. Rumpf ist wie Anne Liebringshausen Wissenschaftlicher Mitarbeiter und betreute die von Professor Manfred Grohmann geleitete Arbeit der Studierenden. Jedes Semester nimmt sich Grohmann ein neues Thema aus Kassel vor, zu dem die Studierenden Entwürfe anfertigen sollen.

Anne Liebringshausen (v.l.), Moritz Rumpf und Professor Manfred Grohmann waren bei der Ausstellungseröffnung am Donnerstag dabei.

Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit sind etwa eine Sporthalle am Auestadion, ein Busbahnhof für den Leipziger Platz sowie eine Fußgängerbrücke über die Fulda in Wolfsanger. Über den Bau der Brücke werde derzeit sogar ernsthaft diskutiert, sagt Grohmann.

Normalerweise dienen die Entwürfe den Studierenden als Übungsfeld. Auch das Vordach für die Markthalle steht wirklich zur Debatte. Wirklich nicht? „Wenn jemand die Idee so gut findet, dass er das Dach finanzieren würde, würden wir darüber nachdenken“, sagt Andreas Mannsbarth, Geschäftsführer der Markthalle.

Von technischer Seite spräche auf jeden Fall nichts dagegen. Zwar müsste man im Fall einer Realisierung noch hier und da an den Entwürfen feilen und auch Fragen der Eigentumsverhältnisse und des Denkmalschutzes habe man in der Planung ausgeklammert, doch realisierbar wäre theoretisch jeder Entwurf, sagt Liebringshausen. Kostenberechnungen hatten die Studierenden für ihre Arbeit nicht angestellt.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 17. März zu den regulären Öffnungszeiten der Markthalle.  

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