Lesben und Schwule demonstrierten für gleiche Rechte

CSD 2015: Technobeats statt Parolen bei bunter Parade

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Showgirls: Zarah (links) und Vanessa waren aus Frankfurt angereist.

Fantasie statt Megafon: Mit einer bunten Parade demonstrierten am Samstagmittag Lesben, Schwule, Bi- und Transsexuelle in der Kasseler Innenstadt für gleiche Rechte.

Mit einer großen Regenbogenfahne, Symbol der Lesben- und Schwulenbewegung, zogen sie zu Technobeats vom Kulturbahnhof durch die Kasseler Innenstadt. Die bunte Fahne weht seit Freitag auch ganz offiziell vor dem Kasseler Rathaus. Hunderte Menschen nahmen an der vom Verein Christopher Street Day (CSD) Kassel zum 15. Mal organisierten Parade teil. Noch mehr feierten im Anschluss zu Live-Musik auf dem Rainer-Dierichs-Platz.

Dort waren auch etliche Infostände aufgebaut. Neben der Aids-Hilfe, die mit dem Slogan „Refugees welcome“ Flüchtlinge auf sich aufmerksam machen wollte, dem 70 Mitglieder starken Kasseler CSD-Verein sowie im Rathaus vertretenen Parteien war auch die Deutsch-Israelische Gesellschaft dabei. „Wir wollen zeigen, dass in Israel die Rechte der Schwulen weiter entwickelt sind als hier“, sagte Vorsitzender Jürgen Menzel-Machemehl. Seit 2008 hätten schwule Paare in Israel zum Beispiel die gleichen Adoptionsrechte wie heterosexuelle Paare. „Damit zeigen wir natürlich, dass Israel die einzige Demokratie im Nahen Osten ist“, sagte Machemehl.

Bunter Zug: Hunderte Menschen nahmen an der Christopher-Street-Day-Parade durch die Kasseler Innenstadt teil. Die Aids-Hilfen in Hessen machten auf ihr Präventionsprojekt aufmerksam und verteilte Kondome an die Zuschauer.

Der Völklinger Kreis, ein Verband schwuler Fach- und Führungskräfte mit akademischer Ausbildung, war ebenfalls vertreten. „Wir setzen uns für ein diskriminierungsfreies Umfeld im Arbeitsleben ein“, sagte Frank Fulda-Lengen vom Kasseler Ableger der Frankfurter Regionalgruppe. Einen Bildungsauftrag sehe man auch bei den Flüchtlingen - eine auffallend große Gruppe war am Mittag zum Teil in traditioneller Kleidung ihres Heimatlandes vom Kulturbahnhof Richtung Innenstadt unterwegs.

Ganz oben auf der Wunschliste der CSD-Gemeinde: „Die Ehe für alle, wie in Irland oder Mexiko“, sagte der Vorsitzende des Kasseler CSD-Vereins, Holger Alexis Ewen. Außerdem müsse der Bildungsplan geändert, die sexuelle Vielfalt in den Aufklärungsunterricht einbezogen werden.

Nicht nur Tina Cancela vom Friseursalon Creativ Team Sommerlatte an der Kurfürstenstraße, die mit Kolleginnen und Kundin die Parade verfolgte, war beeindruckt: „Toll, dass die für ihre Rechte einstehen. Ich finde das richtig.“

Impressionen vom Christopher Street Day 2015 in Kassel

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