Landgericht Kassel verhandelt Raub bei Morschen

Als falsche Polizisten Lkw mit VW-Teilen überfallen? Teilgeständnisse in Prozess

Kassel/Melsungen. Mehr als 30 Verhandlungstage zieht sich der Prozess um einen Lastwagen-Raub bei Morschen (Schwalm-Eder-Kreis) schon hin. Drei Angeklagte haben nun Teilgeständnisse abgelegt.

Seit Oktober läuft vor der 5. Strafkammer des Landgerichts der Prozess gegen vier Angeklagte aus Kassel und Wuppertal, die im Mai 2015 bei Morschen einen Lastzug mit VW-Ersatzteilen gekapert, den Fahrer mit Waffengewalt überwältigt und gefesselt haben sollen.

Nach über 30 Verhandlungstagen ist noch immer kein Ende des Mammutprozesses in Sicht, müht sich die Kammer mit Richter Stanoschek an der Spitze mit der Anhörung von rund 40 Zeugen darum, die Details des Geschehens und die Tatbeteiligung der vier Männer aufzuklären. Immerhin haben inzwischen drei der vier Angeklagten Teilgeständnisse abgelegt und ihre Beteiligung an dem spektakulären Raubzug eingeräumt.

Auch zwei weitere Tatbeteiligte wurden ermittelt, einer hat auch als Zeuge ausgesagt, der andere verweigerte die Aussage. Zu seinen bisherigen Aussagen wurde am Montag Amtsrichter Matthias Grund als Zeuge gehört, der bei der Festnahme der beiden neuen Beschuldigten als Ermittlungsrichter fungiert hatte. Gegen die beiden neuen Beschuldigten wird später verhandelt.

Alle Tatbeteiligten sind Türken oder haben türkische Wurzeln. Zwei von ihnen sollen sichin der Mainacht 2015 an der B 83 als Polizisten verkleidet haben und so einen Lastzug der Spedition Rudolph auf seiner Fahrt von Bebra nach Lohfelden zu einer vorgeblichen Verkehrskontrolle auf den Parkplatz Leimbachsborn gelotst haben.

Der damals 39-jährige Fahrer wurde mit einer Pistole bedroht und mit Kabelbindern gefesselt in der Schlafkabine des Lkw verstaut.

Einer der Angeklagten soll den Lastzug in einen Wald gefahren haben, wo die VW-Ersatzteile im Wert von rund 40.000 Euro auf drei Klein-Lkw umgeladen werden sollten. Dabei wurde die Bande gestört und floh.

Prozess geht im Juni und Juli weiter

Mit sieben Verteidigern, Staatsanwältin Richter, Schöffen Richtern und Justizbediensteten sind bei jedem Verhandlungstag rund zwei Dutzend Menschen im Gerichtssaal D 130 versammelt. Inzwischen sind neue Prozesstage unter anderem für den 12., 19. und 26. Juni angesetzt. Weiter geht es dann am 10. und 17. Juli.

Prognosen, wann ein Urteil gesprochen werden könnte, wagte am Montag niemand. Prozessbeteiligte gehen davon aus, dass sich die Verhandlungen bis in den August hinziehen könnten.

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