Kandidat von Satire-Partei

Tempo 130 in der City: Scherzkeks Spindler will Oberbürgermeister in Kassel werden

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Die Hand dem Wähler zugewandt: Kandidat Matthias Spindler kündigt an, als Kasseler Oberbürgermeister 130 Stundenkilometer auf dem Innenstadtring – unser Foto zeigt ihn an der Frankfurter Straße – umsetzen zu wollen.

Kassel. Vorsicht Satire! Matthias Spindler tritt zur Oberbürgermeisterwahl am 5. März in Kassel für Die Partei an.

Der 25-jährige Student ist der sechste bekannte Kandidat und will mit einer "Turbo-Politik" für Kassel punkten.

Matthias Spindler ist zur Oberbürgermeisterwahl in Kassel ein Kandidat der besonderen Art. Der 25-Jährige hat Unterhaltungswert, weil er es bewusst an der Ernsthaftigkeit vermissen lässt, die man sonst von einem Bewerber für einen solchen Posten erwartet. Spindler sieht sich als „Chef-Scherzkeks“ und tritt für die Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiativen (Die Partei) an.

Seine OB-Kandidatur in Kassel versteht der Student für Stadtplanung ganz im Sinne und in der Tradition seines politischen Vorbildes: Martin Sonneborn, des „GröVaZ Größten Vorsitzenden aller Zeiten“ der Partei, Ex-Chefredakteurs des Satire-Magazins Titanic und Abgeordneten im europäischen Parlament.

„Die Partei hat sich zum Ziel gesetzt, Inhalte zu überwinden“, sagt Matthias Spindler. Was das für seine Kandidatur bedeutet, macht ein Blick in sein bislang 17 Punkte umfassendes OB-Wahlprogramm deutlich: So fordert der 25-Jährige, der zwar einen Führerschein, aber kein eigenes Auto besitzt, unter anderem Tempo 130 auf dem Innenstadtring. Weitere Kostproben seines dubiosen Forderungskatalogs: Er möchte durch öffentliche Waschbär-Kämpfe die Einnahmen der Stadt verbessern. Die Straßenbahn will er ganz aus Kassel und vor allem aus der Königsstraße raushaben und durch ICE-Züge ersetzen. Den Zissel will er täglich feiern, und die Fußballer des KSV Hessen nach Leipziger Vorbild in die Bundesliga hieven – aber nicht mit Hilfe eines Brause-Herstellers, sondern durch Sponsoring der heimischen Rüstungsindustrie.

Als seine Zielgruppe bei der OB-Wahl sieht Matthias Spindler die bisherigen Protest- und Nicht-Wähler. „Also eigentlich alle, die Lust auf eine junge und sympathische Turbo-Politik haben“, meint der gebürtige Augsburger.

Einiges zu verbessern

Seit dem Jahr 2011 lebt und studiert der 25-Jährige in Kassel. Er fühle sich wohl hier, doch gebe es in der Stadt noch einiges zu verbessern. Das werde er als neuer OB schnell umsetzen. „Das verstehe ich unter Turbo-Politik.“

Die Kandidatur in Kassel ist Matthias Spindlers erste um ein öffentliches Amt. Die benötigten 148 Unterstützungsunterschriften habe er zusammenbekommen. Die formale Zulassung zur Wahl habe ihm die Stadt bereits signalisiert.

So wird erstmals bei einer OB-Wahl in Kassel ein Satire-Kandidat dabei sein. Spindler: „Das wichtigste Event der Kasseler Nachkriegsgeschichte.“

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