Festnahme: Islamist soll zu Dschihad aufgerufen haben

Terrorverdächtiger Salafist predigte in Kasseler Moschee

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Mitten in der Innenstadt: In der Al-Madina-Moschee an der Schäfergasse hatte Abu Walaa im Mai gepredigt.  

Sein Auftritt in Kassel im Mai wurde dem Terrorverdächtigen Abu Walaa offenbar zum Verhängnis: Der 34-jährige Salafist und vier seiner Mitstreiter wurden jetzt festgenommen. 

Am 6. Mai hatte der Islamist in der Al-Madina-Moschee (auch Medina-Moschee genannt) an der Schäfergasse gepredigt. In die Menge Zuhörer hatte sich laut dem Magazin „Focus“ auch ein Informant des Landeskriminalamts Hessen gemischt. Der V-Mann berichtete den Ermittlern, dass Abu Walaa zum bewaffneten Kampf für die IS-Miliz gegen die Ungläubigen aufgerufen habe.

Auch aufgrund dieser Informationen wurde Abu Walaa jetzt festgenommen. Der 32-jährige Iraker gilt als Chefideologe der radikal-islamischen Szene in Deutschland und als Hauptrekrutierer für den IS.

Auf Anfrage der HNA wollte sich die Kasseler Polizei nicht zu dem Fall äußern: „aus ermittlungstaktischen Gründen“, wie Polizeisprecher Torsten Werner sagte. Bekannt ist, dass an dem Wochenende im Mai etwa 200 Muslime aus ganz Deutschland und dem Ausland zu dem Islamseminar in der Moschee gekommen waren (wir berichteten). Die Polizei hatte die Veranstaltung über das gesamte Wochenende beobachtet und zum Auftakt am Freitag alle Teilnehmer kontrolliert. Unter den Besuchern waren „mehrere Mitglieder der salafistischen Szene“, hieß es damals.

Dass die Moschee an der Schäfergasse einen sehr konservativen Islam lebt, kann jeder Passant erahnen: Die Eingänge für Frauen und Männer sind strikt getrennt. An der Straße ist die Tür für Frauen. Der Zutritt für Männer befindet sich im Hinterhof. Die Moschee wird laut dem Internetportal „Moscheesuche“ von dem islamischen Kulturverein Al-Salam betrieben. Der Verein wird seinem Namen offenbar nicht gerecht: Salam bedeutet auf Arabisch Frieden. 

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