Derzeit keine Tret- und Elektroboote

Streit um Hochwasserschutz: Kein Verleih von Freizeitbooten auf der Fulda

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Würden gern wieder aufs Wasser: Die Schwanenboote Gustchen und Henner sind im Trockendock untergebracht, da der Bootsverleih derzeit nicht gewährleistet werden kann.

Kassel. Henner und Gustchen, die legendären Fulle-Schwäne, sind zurzeit im Trockendock. Und auch andere Leihboote schippern nicht über den Fluss. Der Grund liegt in einem Streit.

Das Ehepaar Balkenhol, das das frühere Wassersportzentrums Kissler übernommen hat, kann gegenwärtig den Bootsverleih nicht gewährleisten. Nach dem Aus der Passagierschifffahrt auf der Fulda gucken nun auch Freizeitkapitäne in die Röhre.

Der Hintergrund ist eine Geschichte, die die Behörden seit fünf Jahren beschäftigt und in die jetzt sogar der Hessische Ministerpräsident Bouffier eingeschaltet ist. Als Kathrin und Stephan Balkenhol das Grundstück an der Fulda kauften, präsentierten sie Pläne, die überall gutgeheißen wurden. Der Künstler Stephan Balkenhol wollte Kultur ans Ufer bringen, dort auch wohnen und nebenbei sollte der Bootsverleih laufen. So weit, so gut.

Pläne wurden eingereicht und immer wieder bearbeitet. So wurde etwa ein geplantes neues Gebäude aufgeständert, um dem Hochwasserschutz Genüge zu tun. Tatsache ist, dass damals der Ortsbeirat die Pläne ausdrücklich befürwortete. Es sei schließlich gut, wenn sich am Fuldaufer was tut. Die Alternative wäre, dass gar nichts auf dem Grundstück passieren würde.

"Nicht genehmigungsfähig"

Nur beim Regierungspräsidium Kassel hat man nun etwas gegen das Vorhaben. Wegen des Hochwasserschutzes, so heißt es, könne man keinen Aus- oder Neubau genehmigen. Pläne, das alte Kisslersche Bootshaus auszubauen, seien „nicht genehmigungsfähig“, heißt es im Regierungspräsidium. Das habe nichts mit dem Bootsverleih zu tun, wird im RP betont: „Der kann von uns aus weiterlaufen.“ 

Kann er eben nicht nach Einschätzung der Grundstückseigentümer. Denn der Bootsverleih würde nur funktionieren, wenn man auch auf dem Grundstück wohnt. Klar ist: Der Verleih der Boote ist wetterabhängig und darauf muss man eben reagieren. Schnell Boote an potenzielle Kunden auszuleihen, geht eben nur ohne weite Anreise. Da ihnen die Sache am Herzen liegt, haben die Balkenhols mittlerweile einen Brief an die Hessische Staatskanzlei geschrieben. 

Das RP bestätigt, dass sich Ministerpräsident Volker Bouffier die Akten hat schicken lassen. Vielleicht kommt ja von ganz oben die Anweisung, Henner und Gustchen klar zu machen für einen neuen Stapellauf.

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