Heiße Bauphase beginnt im Juli

Umbau Friedrich-Ebert-Straße: Das sagen Händler, Polizei und Stadt

Einschränkungen werden noch größer: Wenn die Friedrich-Ebert-Straße ab 17. Juli für sieben Wochen voll gesperrt wird, müssen nicht nur Autos und Bahnen Umleitungen fahren. Auch für Fußgänger werden die Wege länger. Foto: von Polier

Kassel. Der seit 2013 laufende Umbau der Friedrich-Ebert-Straße geht in die heiße Phase. Bereits seit zwei Jahren hat er für Autofahrer, Anlieger und Händler Einschränkungen zur Folge.

Ab 17. Juli werden diese für sieben Wochen noch größer als bislang. Erstmals gibt es eine Vollsperrung für Autos und Straßenbahnen. Zudem wird für zwei Wochen (24. Juli bis 8 August) die Linksabbiegerspur von der Straße Ständeplatz in die Fünffensterstraße gesperrt.

Wir fragten die ansässigen Händler, aber auch die Polizei und die Stadt was der Ausnahmezustand bedeutet.

Das sagt die Polizei:

• Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch: „Wir gehen davon aus, dass auf den parallel verlaufenden Strecken Kölnische Straße und Wilhelmshöher Allee mehr Verkehr unterwegs sein wird. Nach eins, zwei Tagen werden die Leute ihre Alternativrouten gefunden haben. Es ist vernünftig, die Vollsperrung in die verkehrsarmen Sommerferien zu legen.“

Das sagen die Händler:

• Annette March-Topp, Berliner Apotheke: „Bei uns ist die Baustelle noch kein großes Problem, wir sind recht gut erreichbar, auch für Lieferungen. Die Vollsperrung über die Sommerferien ist geschickt gelegt, finde ich.“

• Sadegh Bakhtiary, Mahak Moden: „Es ist katastrophal. Es kommen einfach keine Kunden mehr. Ich habe keine Hoffnung, den Laden noch zu behalten. Die Handelskammer hat nur gesagt, ich würde das schon schaffen.“

• Salvatore Caccuri, Il Gelato: „Man merkt die Baustelle. Unsere Stammkunden kommen noch und parken in Nebenstraßen. Auch uns macht das fehlende Kurzparkticket zu schaffen. Was jetzt an Problemen auf uns zukommt, weiß ich nicht.“

• Anna Klein, Ihr Sonnenstudio: „Wir haben Umsatzeinbußen und weniger Kunden. In größeren Städten gibt es Förderung für die Läden und wir haben hohe Parkgebühren. Ich finde es eine Frechheit. Die Stadt hat uns geschrieben, wir sollten doch Betriebsferien machen.“

• Frank Grau, Tegut-Markt: „Es ist eine extreme Belastung. Wir haben mit Umsatzeinbußen, Lärm und Schmutz zu kämpfen. Die Anlieferung ist eingeschränkt, wir werden jetzt mit extra kleinen Lkw beliefert. Wir haben viel Laufkundschaft und sind abhängig von der Straßenbahn.“

Das sagt die Stadt:

• Stadtsprecher Ingo Happel- Emrich: Die baulichen Anforderungen für den Gleis- und Fahrbahnbau hätten eine Vollsperrung der Friedrich-Ebert-Straße sinnvoll erscheinen lassen. Vor Beginn der Planungen sei zunächst überlegt worden, jeweils eine Fahrspur offen zu lassen. Dies hätte aber fast die doppelte Bauzeit (zwei Mal sechs Wochen) bedeutet. In dieser Zeit hätten die Bahnen in beide Richtungen aber ebenfalls nicht fahren können. Die Anlieger hätten daher für die Vollsperrung votiert.

Zukünftig müssen sich Autos und Straßenbahnen eine Fahrspur in jede Fahrtrichtung teilen. Dafür gibt es einen separaten Fahrradstreifen und breitere Gehwege.

Mehr zur Friedrich-Ebert-Straße finden Sie in unserem Regiowiki

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