Gläserner Lesesaal mit Parkblick

Umbau der Murhardschen Bibliothek: 14,6 Millionen Euro werden investiert 

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Alt und neu: Links das Eingangsgebäude der 1905 eröffneten Murhardschen Bibliothek. Durch zwei Stege wird der historische Bau mit dem Neubau samt gläsernem Lesesaal verbunden.

Einen schöneren Ort für das Lektürestudium kann man sich kaum vorstellen: Der neue gläserne Lesesaal der Murhardschen Bibliothek ist der architektonische Höhepunkt.

Der Umbau der Bibliothek läuft seit 2017 am Brüder-Grimm-Platz. Durch 15 Quadratmeter große Glasscheiben wird der Nutzer nach der Inbetriebnahme des Lesesaals im Jahr 2021 in den Fürstengarten und auf das Landesmuseum blicken.

Auf 14,6 Millionen Euro belaufen sich die Sanierungs- und Umbaukosten aktuell. Dies sind 1,6 Millionen Euro mehr, als das Land zunächst veranschlagt hatte.

Der Neubau samt Lesesaal steht bereits im Rohbau. Er wurde durch zwei Stege mit dem historischen Eingangsgebäude verbunden. Diese Brücken werden sich hinter Glas befinden, sodass kein Besucher beim Wechsel vom Altbau in den Neubau der Witterung ausgesetzt ist.

Der 350 Quadratmeter große Lesesaal im Neubau verfügt über eine großzügige Galeriefläche und wird Raum für 40 Arbeitsplätze bieten. Unter dem Lesesaal wird sich die Ausstellungsfläche befinden. „Dort werden wir unsere teuersten und schönsten Bücher zeigen“, sagt Bibliotheksdirektor Dr. Axel Halle. Zu diesen zählen mittelalterliche Schätze wie das Hildebrandlied aus dem 9. Jahrhundert, der Willehalm-Kodex aus dem Jahr 1334 oder die mehr als 550 Jahre alte Immenhäuser Gutenberg-Bibel. Dieser Bereich wird besonders stark gesichert sein.

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Der aktuelle Lesesaal wird zum Sonderlesesaal umgebaut. In Letzterem werden die wertvollsten alten Handschriften und Drucke unter Aufsicht zugänglich sein. Der historische Eulensaal wird ebenfalls saniert und auch künftig für öffentliche Veranstaltungen genutzt werden.

Hintergrund für die umfangreichen Bauarbeiten sind aber vor allem die Verbesserungen beim Brandschutz. „Im alten Zustand wäre bei einem Feuer der Totalverlust zu befürchten gewesen“, sagt Halle. Die Haustechnik stamme zum Teil noch aus den 50er-Jahren, als das Gebäude aus dem Baujahr 1903 nach den Kriegsschäden wieder aufgebaut wurde.

Murhardsche Bibliothek: Sanierungsarbeiten im Südturm abgeschlossen

So gut wie abgeschlossen sind bereits die Sanierungsarbeiten im Südturm. Dort werden sich künftig die Verwaltungsbüros befinden. Im Frühjahr beginnen die Arbeiten im Kopfbau, sprich dem Eingangsgebäude. „Wir werden aber wie bislang versuchen, den Bibliotheksbetrieb soweit wie möglich aufrechtzuerhalten. Auch die Barrierefreiheit wird gewährleistet“, sagt Halle. Allerdings werde sich der Eingang zeitweise am heutigen Seiteneingang befinden.

Ein Großteil der Bücher ist für den Umbau an den Universitätsstandort in Oberzwehren (AVZ) ausgelagert. Er kann dennoch weiter ausgeliehen werden. Insgesamt zählt der Bestand von Landes- und Murhardscher Bibliothek, die sich beide als Teil der Universitätsbibliothek am Brüder-Grimm-Platz unter einem Dach befinden, 450.000 Bände. Seit Mitte des 18. Jahrhunderts hat die Landesbibliothek die Aufgabe, jedes Verlagserzeugnis, das in der Region erscheint, zu archivieren.

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