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Valentis spätes Tor, das die Huskies rettet

So wird man zur Legende: Sven Valenti nach dem 1:2 gegen Duisburg mit Maskottchen Herkules, gefeiert von den Fans auf dem Heuboden.
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So wird man zur Legende: Sven Valenti nach dem 1:2 gegen Duisburg mit Maskottchen Herkules, gefeiert von den Fans auf dem Heuboden. ARCHIVFoto: ANDREAS FISCHER/NH

Schöne Spiele: Diesmal die Erinnerung an den 23. März 2014, als das 1:2 der Kassel Huskies gegen Duisburg wie ein Sieg gefeiert wurde. Er machte den DEL2-Aufstieg möglich und sicherte das wirtschaftliche Überleben.

Keine Spiele nirgendwo. Was kann da schöner sein, als zurückzublicken? Auf schöne Spiele im Fußball, Handball und Eishockey. Unsere Autoren tun dies nun – auch in persönlichen Erinnerungen.

Die Anfänge 1978, die ersten Spiele mit den Nauheimer Nachtjägern, die ersten Kanadier Danny Coutu und Gary Hoag, Aufstiege, Abstiege, die DEL-Vizemeisterschaft 1997, den Gerichtsmarathon mit dem Aus 2010 – ich hatte sie alle erlebt, die Höhen und Tiefen des Kasselers Eishockeys. Am 23. März 2014 aber, als die Huskies gegen Duisburg spielen, da schlägt mein Herz bis zum Hals, die Hände sind feucht, nein nass. Es ist für mich bis heute das außergewöhnlichste, weil dramatischste Spiel aller Zeiten. Und schön, schön ist wirklich nur das Happy End, die Befreiung, als 5537 Fans gemeinsam Jubeln und Weinen. Diese kollektive Erlösung nach 58 Minuten zermürbendem Bangen und Zittern zuvor. Nein, dieses Glücksgefühl hatte ich nicht im Jubel von 1997, am ehesten noch 2008 bei Drew Bannisters Volltreffer zum DEL-Comeback.

Es ist das 48. Spiel in der vierten Saison nach dem Neubeginn mit den Kasseler Jungs in der Hessenliga. Souverän sind die Huskies in der Oberliga durch Haupt- und Endrunde gestürmt, hinter Frankfurt. Die Betriebsgesellschaft KEBG war im Februar Pleite gegangen, Nach Uli Egen und Jesse Panek steht in Jürgen Rumrich schon der dritte Trainer in dieser Spielzeit an der Bande. Und allen in der Halle ist klar: Verpassen die Huskies den Aufstieg in die zweite Liga, dann gehen in der Eissporthalle wohl die Lichter aus. Und das für länger.

Zum Erreichen der Aufstiegsrunde muss ein Punkt her gegen die Füchse. EIN PUNKT. Andernfalls kommt Duisburg weiter, Kassel ist raus. Aber wie zäh ist die Partie, Chance um Chance spielen die Hausherren heraus, aber sie bekommen den Puck nicht an Felix Bick vorbei. Es ist wie verhext. Als dann auch noch Diego Hofland zum 0:1 trifft (30.), da ist das Entsetzen in der Halle greifbar.

Ein letztes Powerplay bleibt im Kampf und Krampf erfolglos. Verzweiflung pur, als die letzten beiden Minuten anbrechen. Ein Tor muss her. EIN TOR! Und es klappt tatsächlich noch! Alex Heinrich fängt einen Pass der Gäste ab, am linken Flügel bugsiert Manu Klinge den Puck scharf nach innen, halbrechts kommt Sven Valenti angesaust. Ein Schuss, ein Treffer, ein Schrei aus 5537 Kehlen. Die Rettung, 109 Sekunden vor dem Ende.

In denen wird noch kräftig gezittert, als kurzzeitig Drei gegen Sechs spielen. Aber die Huskies retten das Unentschieden in die Verlängerung, verschmerzen Wasdens Siegtreffer im Penaltyschießen locker. Sie haben den einen nötigen Punkt, den Staffelsieg vor den punktgleichen traurigen Füchsen und den Einzug in die Aufstiegsrunde sicher.

In der reicht Schließlich Rang zwei hinter Crimmitschau und diesmal vor Frankfurt zum Sprung in die zweite Liga. Das finale 6:1 gegen Freiburg am 19. April geht dann locker und fröhlich über die Bühne. Ohne Herzrasen, ohne Drama. Sven Valenti nämlich hat dafür gesorgt: Das 1:2 gegen Duisburg bleibt meine schönste Niederlage aller Kasseler Eishockey-Zeiten.

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