Als Veranstaltungsort vorgesehen

Der Verein Randfilm übernimmt den Film-Shop Baum in Kassel

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Kassels freie Szene entdeckt eine neue Kultur-Spielstätte: Bei einer der jüngsten Veranstaltungen des Randfilm-Vereins war viel los in den Räumen der Videothek.  

Kassel. Kassels freie Kulturszene hat einen neuen Anziehungspunkt: Der Verein Randfilm übernimmt zum 1. November offiziell den Film-Shop an der Erzbergerstraße.

Das teilten die Vereinsvorsitzenden Christoph Langguth und Ralf Stadler mit, die zu den Organisatoren des Kasseler Randfilm-Festivals gehören.

Aus dem vor 42 Jahren gegründeten Film-Shop, der laut Guinnes-Buch der Rekorde als älteste Videothek der Welt gilt, soll ein Veranstaltungsort für schräge Filmkultur sowie für Konzerte, Lesungen und Kunstprojekte werden. Nicht zuletzt wollen die neuen Betreiber die großen Bestände an Film-Raritäten retten, die Gründer Eckhard Baum seit 1975 zusammengetragen hat. Baum gibt den Laden auf, weil er mit 79 Jahren in Ruhestand geht.

Seit dem Sommer arbeiten die Randfilmer an ihren Plänen für einen Weiterbetrieb des Ladens als Kulturstätte. Ein halbes Dutzend origineller Benefiz-Veranstaltungen lockte neue, junge Publikumskreise in die Filmverleihstube mit ihrem konservierten Charme vergangener Jahrzehnte. Und eine Crowdfunding-Kampagne auf der Netzplattform Startnext erbrachte binnen sechs Wochen fast 17.000 Euro an Unterstützungsgeld. Die Idee dahinter war, den Filmbestand durch eine Ablösezahlung vor dem Ausverkauf zu retten und zugleich eine Jahresmiete für den neuen Kultur-Ort in der Hinterhand zu haben. „Das haben wir über das Crowdfunding nicht geschafft“, sagte Christoph Langguth. Sammelziel der befristeten Aktion waren 29.000 Euro gewesen. Der Flim-Shop, längst eine Kultvideothek, stand vor dem Ruin. Nur durch die Hilfe der Filmfans war der laden zu retten.

Weil die Vermieter sowie Eckhard Baum dem Verein entgegenkommen und laut Langguth „Unterstützung auch noch von anderen Seiten kommt“, sei man sich einig geworden, dass es ab 1. November unter Regie der Randfilmer weitergehen kann.

Auch der Ausleihbetrieb gehe wie gewohnt weiter, Fans könnten neuerdings auch Filmbücher sowie Soundtracks ausleihen und bestellen, sagte Christoph Langguth: „Wir wollen einen Ort schaffen, der ganz vielseitig bespielt werden kann.“

Dazu seien einige Umbauten in Planung, auch am Veranstaltungsprogramm werde gearbeitet. Der nächste Termin ist am  Samstag, 28. Oktober – dann soll ab 19 Uhr die Übernahme durch den Randfilm-Verein sowie Eckhard Baums offiziell letzter Tag mit musikalischen und filmischen Überraschungen gefeiert werden. Alle Filmfans und Unterstützer der freien Kulturszene sind dazu eingeladen.

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