Unternehmen müssen Personal abbauen

Viel Wind und volle Bäder: So steht es um Kasseler Stadtwerke und KVG

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Der Kasseler Stadtkonzern KVV weitet das Geschäft Strom aus Wind aus: Noch in Bau ist der Windpark Kreuzstein im Kaufunger Wald (Bild) mit acht riesigen Windkraftanlagen. Der weitere Windpark ist ein Gemeinschaftsprojekt mit den Partnern aus der Stadtwerke Union Nordhessen (SUN).

Kassel. Der Personalabbau beim Stadtkonzern Kasseler Verkehrs- und Versorgungs-GmbH (KVV) trifft vor allem Stadtwerke und KVG. Wir blicken auf die Entwicklung der Unternehmen.

Dr. Michael Maxelon

Die KVV muss Kosten senken, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Dadurch sollen in den nächsten Jahren annähernd 350 Arbeitsplätze wegfallen. Zum KVV-Konzern gehören unter anderem die Städtischen Werke und die KVG. Zum Gewinneinbruch bei den Stadtwerken im Vorjahr (siehe Tabelle) muss man wissen: 2015 wurden Rückstellungen und Reserven aufgelöst. Das hatte die Bilanz um 15 Millionen Euro verbessert. Zehn Millionen Euro flossen in die Erhöhung des Eigenkapitals, um das Unternehmen zu stärken, sagt KVV-Vorstandschef Dr. Michael Maxelon.

Städtische Werke AG (mit Tochtergesellschaften)

2015

2016

Umsatzerlöse in Mio. Euro

437,3

422,6

Betriebsergebnis in Mio. Euro

40,1

31,1

Jahresüberschuss in Mio. Euro

31,1

17,8

Investitionen in Mio. Euro

67,1

80,8

Mitarbeiter

927

917

Freilich ist der Gewinn auch ohne diesen Sondereffekt rückläufig: 2014 waren es noch 18,4 Millionen Euro, 2016 nur noch 17,8 Millionen Euro Jahresüberschuss. Mit den Gewinnen aus der Energiesparte des KVV-Konzerns werden die Verluste aus dem Zuschussgeschäft öffentlicher Nahverkehr ausgeglichen. Insgesamt hat die Stadt Kassel im Vorjahr mit 23,3 Millionen Euro den Nahverkehr mit Bussen und Bahnen unterstützt. Macht bei insgesamt 46 Millionen Fahrgästen einen Zuschuss von annähernd 50 Cent pro Fahrt mit den blauen Bussen und Trams.

KVG AG

2015

2016

Fahrgäste in Mio.

46

46

Umsatz in Mio. Euro

100,4

86,3

Betriebsergebnis in Mio. Euro

- 13,7

- 14,7

Verlust nach Steuern in Mio. Euro

15,7 

17,3

Investitionen in Mio. Euro

13,1

16,9

Mitarbeiter

867

890

Noch mehr Windstrom

Das Geschäft Strom aus Wind wird weiter erfolgreich ausgebaut. Der Windpark Rohrberg bei Helsa ging mit fünf Windkraftanlagen der Drei-Megawattklasse im Frühjahr 2016 ans Kasseler Netz. Der im Kasseler Osten erzeugte Strom aus Wind wird nämlich auch direkt in Kassel verbraucht. Im Windpark Stiftswald bei Kaufungen wurden neun Windräder im Herbst 2016 fertiggestellt. Insgesamt verfügen beide Windparks über eine Kapazität von 42 Megawatt und produzieren jährlich 114 Gigawattstunden Strom. Das reicht, um 38 000 Haushalte zu versorgen.

Weitere Windräder in Bau

Noch in Bau ist der Windpark Kreuzstein mit acht riesigen Windkraftanlagen, ein Gemeinschaftsprojekt mit den Partnern aus der Stadtwerke Union Nordhessen (SUN). Auf dem Steinberg bei Ziegenhagen plant die SUN einen Windpark mit weiteren vier bis fünf Windrädern. Nördlich von Kassel ist die SUN einer der Partner der Energiegenossenschaft Reinhardswald. Dort sollen in den kommenden Jahren an zwei Standorten rund 20 Windkraftanlagen entstehen.

Bäder mit Rekordbesuch

Mit den Freibädern Harleshausen und dem im Mai dieses Jahres wieder eröffneten Bad Wilhelmshöhe, dem Auebad und dem Hallenbad Süd ist die Kasseler Bäderlandschaft inzwischen wieder komplett. Im Gesamtjahr 2016 besuchten 562 000 Menschen die Kasseler Bäder, 545 000 waren es im Vorjahr. Zum Vergleich: Im Jahr 2010 war der Besuchertiefpunkt mit 244 000 Besuchern in damals fünf Bädern erreicht.

KVG-Liniennetzreform

Die Liniennetzreform der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft ab April 2018 soll den steigenden Verlust der KVG bremsen, der 2016 mit 14,7 Millionen Euro deutlich über dem Jahr 2015 (13,7 Mio. Euro) lag.

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