Deutschlandweite Attraktion für Gamer

Jetzt kann jeder ein Jedi sein: Neue Arena für Virtual-Reality-Spiele in Kassel

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Mit dem Lichtschwert im virtuellen Raumschiff: Die futuristische Szenerie im Hintergrund sieht HNA-Redakteurin Melinda Birmes nur in ihrer Datenbrille und kann sich lebensecht in dieser Kunstwelt bewegen. In Wirklichkeit steht sie in einer leeren Halle.

Kassel. Sich einmal mit einem Lichtschwert durch ein Raumschiff bewegen - für viele Videospielfans ist das ein lang gehegter Traum. Eine neue Virtual-Reality-Arena in Kassel macht das jetzt möglich.

Wo früher düstere Klänge auf den Tanzclub-Plattenteller kamen, kämpfen sich heute Videospiel-Begeisterte durch die virtuelle Welt eines verlassenen, finsteren Raumschiffs. Für Beobachter wirkt der hallenartige Kellerraum in einem Hinterhofgebäude an der Werner-Hilpert-Straße 9 leer – bis auf einzelne Gestalten, die sich mit Datenbrille, Rucksack und Laserwaffe angespannt lauernd über die 130 Quadratmeter große Fläche tasten.

Was die Spieler in ihrer Brillenmaske sehen, können Begleiter auf einem Monitor verfolgen: Sie erkunden eine verblüffend echt wirkende Science-Fiction-Szenerie, jederzeit bereit, einen angreifenden Weltraumsoldaten mit ihrem Lichtschwert niederzustrecken. Beobachter bemerken auch die 30 kleinen Kameras an der Decke. Die übertragen jede Bewegung des Spielers in die virtuelle Perspektive.

Eine der ersten Virtual-Reality-Arenen in ganz Deutschland

Die große Arena, in der sich die Akteure dank eines Rucksack-PCs kabellos frei bewegen können, ist die Hauptattraktion der „Arcade Virtual Reality Lounge“, die Mitte Dezember in Kassel eröffnet hat. „Damit gehören wir zu den ersten in ganz Deutschland“, sagt Mitgründer Dariusz Kaleta. Die technische Ausstattung der Arena habe einen Wert von über 100.000 Euro.

Die Gründer: Kai Schiek (links) und Dariusz Kaleta (rechts) stehen hinter der Firma „Arcade Virtual Reality Lounge“.

Virtual Reality (VR) ist ein technischer Megatrend, nicht nur in der Welt der Computerspiele. Diverse Hersteller bieten inzwischen VR-Brillen für den Privatgebrauch an. Doch wenn das Kunstwelt-Erlebnis wirklich ruckelfrei und superrealistisch sein soll, muss man (noch) eine Menge Geld ausgeben. 

Hier sahen Kaleta und seine Geschäftspartner Kai Schiek und Hüseyin Uzun – alle begeisterte Gamer – eine Chance, als sie im Februar 2017 Hessens erste VR-Spiele-Lounge in einem Bad Hersfelder Ladengeschäft gründeten. Das Konzept: „Wir schaffen ein Erlebnis für Gruppen von mehreren Personen und bieten etwas, das daheim so nicht geht“, sagt Dariusz Kaleta.

Das Start-up in Bad Hersfeld erntete hessenweit mediale Aufmerksamkeit und fand schnell Zuspruch bei Fans aus der Gaming-Szene. „Zu uns kamen Leute aus Hamburg, Nürnberg und sogar aus der Schweiz“, sagt der 33-Jährige. Doch es habe sich bald herausgestellt, dass der örtliche Kundenmarkt in der Kur- und Festspielstadt nicht groß genug sei.

Deshalb ist das junge Unternehmen nach Kassel umgezogen, als nahe dem Kulturbahnhof geeignete Räumlichkeiten gefunden waren. Die sind nun insgesamt doppelt so groß und bieten ein Sortiment von elf Spielstationen für virtuelle Erlebnisse, die sich nicht nur an eingefleischte Gamer richten: Kaleta und seine Kompagnons peilen auch Firmen-Events, Kindergeburtstage, Junggesellenabschiede und ähnliche Gruppen als Kundschaft an. Etliche der VR-Spiele können im Wettkampfmodus gespielt werden, während die anderen jeweils zuschauen.

Virtual Reality: Die Zukunft von vielen Branchen

Hier wird unsere Testerin in den Virtualizier geschnallt. Das ist eine Art Babyhopser-Geschirr, welches die Laufbewegungen der Spielerin in virtuelle Bewegung umsetzt.

Beim Thema Spielen wollen die Firmengründer nicht bleiben. Sie arbeiten mithilfe externer Entwickler an einer Anwendung, die es Immobilienkäufern möglich machen soll, geplante Bauwerke noch vor dem ersten Spatenstich virtuell zu durchwandern. „Damit wollen wir etwa Mitte des Jahres an den Markt gehen“, sagt Dariusz Kaleta. Er ist überzeugt, dass VR-Anwendungen auch in vielen anderen Branchen die Zukunft gehören wird.

Der Virtual-Reality-Spieletest - Für Science-Fiction-Fans: Plasmablade Infiltration

Einmal im Leben ein Jedi sein und die Galaxie vor der dunklen Bedrohung retten oder vor gruseligen Geistern fliehen: Mit der Virtual-Reality-Brille kann man inzwischen Videospiele erleben, statt sie nur zu steuern. Wir haben das Angebot der „Arcade Virtual Reality Lounge“ getestet. Den Anfang macht „Plasmablade Infiltration“.

Das Spiel

Wir sind in ein feindliches Raumschiff eingedrungen und müssen wertvolle Daten aus den Händen der Bösen stehlen. Doch der Gegner schläft nicht. Sobald er uns entdeckt, beginnen uns fiese Roboter zu attackieren, die wir elegant wie ein Jedi-Meister mit unserem Lichtschwert abwehren können.

Die Technik

Vollkommene Bewegungsfreiheit, darauf mussten Virtual-Reality-Fans viele Jahre warten. Mithilfe eines leichten Rucksack-PCs und Sensoren an der Ausrüstung werden wir direkt in das Game hineinkatapultiert. Ein extra Controller zur Fortbewegung ist nicht notwendig, einzig das Lichtschwert muss noch geschwungen werden.

Das Fazit

Die ersten Schritte sind für einen Anfänger zunächst ungewohnt. Doch nach einigen Minuten wird man sicherer und fühlt sich in der real wirkenden Raumschiff-Umgebung schon fast wie zu Hause. Neben dem Spaß- ist hier auch der Fitness-Faktor nicht zu vernachlässigen: Durch das Ducken, Kämpfen und Laufen kommt man schnell ins Schwitzen.

Der Virtual-Reality-Spieletest - Für Horror-Fans: Affected - The Manor

Ein kalter Schauer läuft uns über den Rücken, und war da nicht eben ein Schatten? Wer den Horror schon auf dem Bildschirm liebt, kann ihn in der virtuellen Realität auf einer neuen Stufe erleben.

Das Spiel

Wir stolpern durch ein düsteres Horrorhaus. Warum wir dort überhaupt hineingegangen sind, bleibt schleierhaft, jetzt heißt es, den Ausgang zu finden. In den unzähligen Räumen stellt sich uns nicht nur ein schaurig-realistisches Geistermädchen in den Weg, auch merkwürdige, von allen Seiten kommende Geräusche lassen den Puls innerhalb von Sekunden nach oben schnellen.

Die Technik

Um längere Wege in der virtuellen Umgebung ohne Unterbrechung zu laufen, wird der Spieler mit der VR-Brille in den sogenannten Virtualizer geschnallt. Das ist eine Art Babyhopser-Geschirr, mit dem der Spieler seine Laufrichtung und das Tempo selber bestimmen kann. Der Controller verwandelt sich im Spiel in eine Taschenlampe, unsere einzige Waffe im verzweifelten Kampf gegen die Dunkelheit.

Das Fazit

Höhenkoller: Auf dieser Holzplanke stehend, geht der virtuelle Blick in einen Abgrund.

Das Leben als potenzielles Geisteropfer ist nicht leicht. Doch dank der Ausgewogenheit zwischen Schreckmomenten und Atempausen, bleibt das Abenteuer ein großer Gruselspaß, statt in pure Panik auszuarten. Einziger Wermutstropfen für die Testerin: Eine Waffe, um dem Geist endlich mal Paroli zu bieten, fehlte leider.

Der Virtual-Reality-Spieletest - Für Lasertag-Fans: Tower Tag

Das Spiel Lasertag, bei dem mehrere Spieler mit ihren Laserpistolen Gegner bekämpfen, kennt wohl jeder. „Tower Tag“ folgt dem gleichen Prinzip, nur dass wir hier in unbekannte Welten entführt werden.

Das Spiel

Schön sind wir nicht: Als roboterähnliche Wesen befinden wir uns mit unserem Team in einer futuristischen Umgebung. Mithilfe unserer Laserkanone, die auch als Lasso fungiert, schwingen wir uns über die Türme, die über das gesamte Spielfeld verteilt sind. Ganz nebenher muss den Schüssen der gegnerischen Mannschaft ausgewichen werden. Das Team, das die meisten Türme eingenommen hat oder die meisten Abschüsse für sich verbucht, gewinnt.

Die Technik

2,5x2,5 Meter: So groß ist das von Sensoren erfasste Spielfeld, und damit der Turm, auf dem sich ein einzelner Spieler bewegen kann. Die Enge hat ihren Reiz: Auch wenn wir nicht weit laufen können, gibt es mit Ausweichen und Ducken viel zu tun. Wie bei allen Spielen in der Arcade muss man sich also bewegen, was jedoch die gefürchtete Übelkeit (Motion Sickness) in der virtuellen Realität, auch bei der dafür anfälligen Testerin, verhindert.

Das Fazit

Im Gegensatz zu vielen Shootern auf dem PC ist unser Sichtfeld hier auf realistische Maße eingeschränkt, die Laser schießen uns damit schneller um die Ohren, als uns lieb ist. Durch die Fantasie-Umgebung wird es aber nie beängstigend. „Tower Tag“ ist damit, wie alle buchbaren Spiele, auch für Nicht-Gamer geeignet. 

Buchung von Virtual-Reality-Spielen in der Arena

Die „Arcade Virtual Realitiy Lounge“ bietet mehrere Arten der virtuellen Fortbewegung an. Gebucht werden können folgende Erlebnisse:

  • Auswahl zwischen 25 Spielen in verschiedenen Genres (ab 6 Jahre) in der VR-Lounge, 30 Minuten für 12 Euro pro Person, 60 Minuten für 22 Euro pro Person.
  • Spielen auf dem Virtualizer (Geschirr): 15 Euro pro Person.
  • VR-Arena: Plasmablade – Infiltration, 17 Euro pro Person; Zombieshooter: The Pathogen, 29 Euro pro Person.
  • Tower Tag (Virtuelles Lasertag mit Turniermodus, ab 12 Jahre): Eine Runde für 7 Euro, drei Runden für 20 Euro, sechs Runden für 29 Euro. 

Daneben können weitere Erlebnispakete gebucht werden. Reservierungen sind auf www.arcade-lounge.de unter dem Menüpunkt „Buchungen“ möglich. Auf der Homepage gibt es auch eine Übersicht zu den Spielen.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 14 bis 22 Uhr, Samstag 13 bis 22 Uhr, Sonntag 13 bis 20 Uhr.

Telefon: 0561 - 92 01 07 70

Anschrift: Werner-Hilpert-Str. 9, 34117 Kassel.

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