Nest im Turm der Lutherkirche

Vögel auf der Lutherkirche: Junge Uhus auf Abwegen

+
Ausflug ins Grüne: Die jungen Uhus aus dem Turm der Lutherkirche werden langsam Flügge. Die Aufnahmen hat uns Sabine Löwer zur Verfügung gestellt. Die Hobbyfotografin arbeitet direkt gegenüber der Kirche. 

Erstmals seit vielen Jahren hat ein Uhupaar im Turm der Lutherkirche gebrütet. Ein Junges ist gestorben, zwei werden jetzt flügge und erkunden die Umgebung. 

Aufregung um die Uhus im Turm der Lutherkirche. Von den drei Jungtieren leben wohl nur noch zwei. Die werden langsam flügge und machen erste Ausflüge. Mitten in der Stadt bleibt das nicht unbemerkt. Ein Nachwuchsuhu wurde auf dem Erdboden direkt neben der Kirche gesehen.

„Das ist völlig normal“, sagt Reinhard Rust von der Oberen Naturschutzbehörde beim Regierungspräsidium. Bekannt sei, dass die jungen Uhus ab einem gewissen Alter entweder aus eigenem Antrieb aus dem Nest hüpfen oder von den Alttieren geschubst werden. „Sie werden von Nestlingen zu Ästlingen“, sagt der Fachmann. Auch wenn sie schon auf Ästen sitzen und ein Stück fliegen können, kommen sie doch noch nicht allein zurecht. Die Altvögel kümmern sich weiterhin um den Nachwuchs. Sie bringen den Jungtieren Futter und üben mit ihnen die Jagd. In der Stadt ist diese Entwicklungsstufe gefährlicher als in freier Natur, wo die Uhus in Felsspalten und Steinbrüchen nisten. Auf den Straßen rund um die Lutherkirche sollte sich der Uhunachwuchs besser nicht aufhalten.

Blick von ganz oben: Die Aufnahme entstand vor zwei Wochen. Zu sehen ist ein junger Uhu im Turm der Lutherkirche.

Deshalb kümmern sich jetzt auch Menschen wie der Fuldabrücker Vogelschützer Raymund Brunner um die Tiere. Dass trotzdem einer der Uhus gestorben ist, kommt für Fachleute nicht überraschend. Es sei möglich, dass sich der jüngste der Uhus beim Kampf um das Futter nicht gegen seine älteren Geschwister durchsetzen konnte. Auch ein Angriff von Krähen, die ebenfalls den Kirchturm als ihr Revier beanspruchen, sei möglich. Gefährlich sei zudem der erste Sprung von dem mit 76 Metern höchsten Gebäude Kassels. Möglicherweise habe sich das Tier dabei verletzt.

Wenn zwei von drei Jungvögeln durchkommen, dann sei das ein guter Schnitt, sagt Reinhard Rust. In spätesten zwei Wochen hätten die Elterntiere die anstrengende Aufzucht geschafft. Dann müssten sich die Jungvögel allein durchschlagen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.