Kadaver in der Fulda

Vogelgrippe hat Kassel erreicht: Toter Graureiher gefunden

Kassel. Die Vogelgrippe ist nun auch in Kassel angekommen. Bei einem verendeten Graureiher wurde das derzeit grassierende H5N8-Virus nachgewiesen. Kassel gilt als Risiko-Gebiet.

Experten hatten es längst befürchtet: In Kassel gibt es den ersten aktuellen Vogelgrippefall. Im Bereich der Weserstraße wurde in der Fulda ein toter Graureiher gefunden, bei dem gestern der derzeit grassierende Krankheitserreger H5N8 nachgewiesen wurde. In Stadt und Landkreis Kassel gilt weiterhin die Stallpflicht für Geflügel. Kassel gilt als Risikogebiet, da insbesondere die Fuldaaue ein Rast- und Sammelplatz für Zug- und Wasservögel und damit eine potenzielle Drehscheibe für die Übertragung von Krankheiten wie das Vogelgrippe-Virus ist. Derzeit gehen wieder vermehrt Meldungen über tot aufgefundene Wildvögel ein, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt. Die aktuellen Nachweise des Vogelgrippe-Virus, die bestehenden Risikogebiete und die hohe Geflügeldichte im Landkreis Kassel seien Anlass, grundsätzlich an der Stallpflicht für Geflügel in Stadt und Landkreis festzuhalten. Nordhessen war bislang relativ glimpflich davon gekommen. Ende Februar war bei einem in der Fulda bei Staufenberg tot aufgefundenen Graureiher das Vogelgrippe-Virus nachgewiesen worden. Zuvor wurden ein Schwan am Werratalsee im Werra-Meißner-Kreis sowie ein toter Bussard in Fuldabrück im Landkreis Kassel Opfer des Erregers. Dieser ist hochansteckend. Deshalb besteht die Gefahr, dass er in Geflügel- und Vogelbestände eingeschleppt wird. Eine Gefahr für den Menschen bestehe nach derzeitigem Wissensstand jedoch nicht. Bislang sind weltweit keine Infektionen des Menschen mit H5N8 bekannt geworden. Im Bereich des Fundorts des jetzt aufgefundenen Graureihers befinden sich in Stadt und den benachbarten Landkreisgemeinden keine gewerblichen Wirtschaftsgeflügelhaltungen. Meist handele es sich dort um Hobby- oder kleine Geflügelhaltungen. Diese würden von den Amtstierärzten von Stadt und Landkreis aufgesucht, um zu überprüfen, ob auch dort Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt werden.

Die Geflügelhalter sind laut Umweltministerium aufgerufen, die Biosicherheitsmaßnahmen weiterhin strikt einzuhalten. Merkblätter und nähere Informationen können auf der Internetseite der Stadt Kassel unter www.serviceportal-kassel.de oder auf der Seite des Landkreises www.landkreiskassel.de unter „Aktuelles“ angerufen werden. 

Wer einen toten Wildvogel – insbesondere Wasservögel – findet, sollte dies je nach Fundort bei der Stadt (Tel. 787 33 36, E-Mail an veterinaer@kassel.de) oder dem Landkreis Kassel (Tel. 05692/987 33 06 oder veterinaeramt@landkreiskassel.de) melden. Vogelkadaver sollten aus hygienischen Gründen nicht mit bloßen Händen angefasst und Hunde von Tierkörpern möglichst ferngehalten werden.

Rubriklistenbild: © Karlheinz Germandi

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