Einkaufssonntag in Kassel: Volle Stadt trotz miesen Wetters 

In Stadtbummel-Stimmung: Der verkaufsoffene Sonntag unter dem Motto „Frühlingserwachen“ lockte etliche Tausend Nordhessen in die Fußgängerzone, obwohl das Wetter nicht mitspielte. Fotos:  Zgoll

Kassel. Vom angekündigten „Frühlingserwachen" war außer der Zeitumstellung nicht viel zu spüren beim verkaufsoffenen Sonntag mit buntem Rahmenprogramm in der Innenstadt. Tausende Menschen kamen in die Kasseler Innenstadt.

Wegen des anhaltend ungemütlichen Wetters hatten Kassel Marketing und die City-Kaufleute den geplanten Flohmarkt sowie Bühnenauftritte kurzerhand abgesagt. Dennoch ließen sich tausende von Nordhessen nicht vom Bummel durch Kassels Fußgängerzone abhalten. So profitierten Geschäfte, Kaufhäuser, Galerien und Gastronomen davon, dass es das Publikum ins Warme und Trockene zog.

Auch wer zumindest ein Zeltdach bieten konnte, hatte richtig geplant. „Es läuft nicht schlecht“, sagte Marion vom Hofe, die in einem geräumigen Pavillon auf dem Königsplatz bunte Ostergestecke verkaufte. Passend dazu hoppelte nebenan ein gutes Dutzend Kaninchen durch ein Freigehege. Obwohl sich auch die Langohren meist am liebsten ins warme Stroh verkrochen, waren sie ein Anziehungspunkt für viele Familien mit Kindern.

Auf dem blank polierten Lack vieler Vorführwagen von Autohäusern entlang der Wilhelmsstraße und am Friedrichsplatz spiegelten sich die Regentropfen. Die Verkaufsberater nahmen das gelassen, doch den Tuning-Fans, die ihre eindrucksvollen Karossen auf dem Königsplatz zeigten, blutete das Herz. „Jetzt kann ich wieder tagelang putzen und polieren“, sagte Lars Thiele von der Kasseler Tuninggemeinschaft Asphaltwerks.

Frühlingserwachen in Kasseler Innenstadt

Thiele zeigte einen spektalkulär aufgemotzten Golf I, an dem er nach eigenen Angaben schon zehn Jahre herumgeschraubt hat. Alle Aggregate unter der Haube funkeln dank verchromter Deckel, „sogar der Unterboden ist lackert“, sagte der 38-Jährige. Eine Woche habe er vor dem verregneten Innenstadtfest gebraucht, um sein gutes Stück kosmetisch fein zu machen. Wer wie Thiele bereits „um die 15 000 Euro“ in so einen Wolfsburger Basis-Oldie steckte, der muss eben Hingabe und Leidensfähigkeit mitbringen. Und außerdem: „Endgültig fertig ist so ein Auto nie.“

Fertig ist auch der Ostermarkttrubel am Königsplatz nicht: Die Stände, Buden und Karussells dort werden auch in der kommenden Woche (außer Karfreitag) bis Ostern das Bild bestimmen. Was den verkaufsoffenen Sonntag betrifft, zog Sprecherin Petra Feist-Dietrich von den City-Kaufleuten ein positives erstes Fazit: „Es ist wichtig, dass die Innenstadt von sich reden macht und Anziehungspunkte bietet“, sagte sie. Das habe trotz des mäßigen Wetters auch funktioniert: Einzelhandelskollegen hätten von einer guten Kundenfrequenz in ihren Häusern berichtet. „Bei so einem Wetter setzt sich ja niemand in den Garten“, sagte Feist-Dietrich: „Da gehen die Menschen doch lieber in die Stadt.“

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