Kommentar

Warum der Kasseler Trinkraum zum Scheitern verurteilt war

Ein jahrelanges Experiment mit dem Motto „Wärme statt Wodka“ ist gescheitert. Das Vorhaben, in Kassel den Alkoholikern einen Trinkraum anzubieten, war zudem von Anfang an mit Pannen begleitet. Ein Kommentar von HNA-Redakteur Frank Thonicke.

Als der damalige Bürgermeister Jürgen Kaiser den ersten Trinkraum im Jahr 2012 der Presse präsentierte, wusste der Vermieter noch nicht einmal, dass die Stadt bei ihm Alkoholiker einquartieren wollte.

Ob dann in einem Container an der Ecke Wolfhager Straße/Gießbergstraße (dort war ein Kinderspielplatz) oder im Hansahaus: Der Trinkaum war zum Scheitern verurteilt. Im Sommer tranken die Alkoholiker draußen, im Winter hagelte es Anwohnerproteste.

Zudem wurde der Raum zu einem Symbol, wie damals die SPD mit Bürgeranliegen – etwa Protesten des Ortsbeirats – umging: Man ignorierte sie.

Die Schließung des Trinkraumes, die am Montag von der Stadt bekanntgegeben wurde, ist nur konsequent. Mehr Präsenz des Ordnungsamtes und Kontrollen, die der heutige OB Geselle anordnete, halfen etwa auf dem Friedrichsplatz. Hoffen wir, dass eine mobile Betreuung besser hilft, das Problem zu lösen. 

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