Teilweise zwei Stunden Wartezeit bei Grimmwelt

Weinberg war der Publikumsmagnet bei der Kasseler Museumsnacht

Lange Wartezeiten bis zum Einlass: In der Grimmwelt bildeten sich Schlangen, bis die Menschen eingelassen wurden (in der oberen Bildhälfte). Dafür war es in der Ausstellung angenehm und es gab kein Gedrängel. Unten sind die bunten Wurzeln des chinesischen Künstlers Ai Weiwei zu sehen. Fotos: Fischer 

Kassel. Tausende zog es am Samstag zur Museumsnacht auf den Weinberg. Tausende musste Heike Bernhard, Aufsichtskraft in der Grimmwelt, freundlich darauf hinweisen, dass die Wartezeit für den Besuch der neuen Ausstellung sage und schreibe zwei Stunden beträgt.

„Gemeckert hat bis jetzt noch niemand“, sagt sie. „Die Menschen sind geduldig, gut gelaunt und wir verteilen Brezeltüten an die Wartenden.“ Aus Sicherheitsgründen konnten nicht mehr als 400 Gäste zur gleichen Zeit eingelassen werden. Langsam vorgearbeitet in der Schlange steht um 18.30 Uhr Rita Landsberger aus Beverungen. „Ich bin so gespannt, ich glaube, das Warten hat sich gelohnt.“

Gelohnt hat sich in der Museumsnacht auch die Nachbarschaft zur Grimmwelt. Wem das Warten doch zu lang dauerte, der ging einfach ein Haus weiter, ins Museum für Sepulkralkultur - wenn das nicht ohnehin auf der Wunschliste stand. Mit 5600 Gästen besuchten das Haus zur Museumsnacht 2000 Menschen mehr als vor einem Jahr. In der aktuellen Ausstellung „Das Sepulkralkaufhaus - Buy now, die later“ war das eine oder andere T-Shirt mit Totenkopf-Muster schon um 22 Uhr ausverkauft, berichtete Museumssprecherin Jutta Lange. Kein Durchkommen mehr gab es, als um Mitternacht „Der Tod“ auftrat, ein Comedian, der mit Kutte und Sense sein Publikum zum Lachen bringt. Auch um das temporäre Tattoo-Studio, wo sich vor den Augen der Besucher die 33-jährige Kasselerin Bianka Grüneberg-Meyer von Guido Schmitz ein Totenkopf-Tattoo auf den Oberschenkel tätowieren ließ, bildeten sich Trauben von Menschen.

Eröffnung der Grimmwelt

Die anderen geöffneten Häuser - 45 Museen, Ausstellungen und Veranstaltungsorte - zogen ebenfalls Menschenmassen an. Ein zur Museumsnacht gewohnt volles Haus war das Naturkundemuseum. Der Duft von frischen Waffeln zog durch das Gebäude und vorwiegend Familien mit Kindern strömten durch die Ausstellungen im Ottoneum. Viele hatten die Zettel der Kinder-Rallye vor der Nase und beantworteten fleißig die gestellten Fragen. Insgesamt waren 1100 Mitmach-Pässe an Kinder ausgegeben worden, sagte Kulturamtschefin Dorothée Rhiemeier: „Das kühle, regnerische Wetter hat die Menschen nicht vom Besuch der Museumsnacht abgehalten, aber es zog sie vor allem in die Häuser. Die Außenveranstaltungen hatten in diesem Jahr etwas das Nachsehen.“

Museumsnacht in Kassel

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