20 Jahre Quiz mit Günther Jauch

„Wer wird Millionär?“: Julia Wöllenstein aus Kassel erinnert sich an Auftritt

So war es im April 2015: Julia Wöllenstein und Bela Lempp bei „Wer wird Millionär?“

Die Kasselerin Julia Wöllenstein war im April 2015 Kandidatin bei „Wer wird Millionär?“. Wir sprachen mit ihr - und haben für unsere Leser ein Kassel-Quiz zusammengestellt.

Wie ist es eigentlich so als Kandidat bei „Wer wird Millionär?“ Julia Wöllenstein (43) aus Kassel weiß das. Die Lehrerin der Carl-Schomburg-Schule nahm im April 2015 mit Schüler Bela Lempp an einem Schüler-Lehrer-Spezial der Sendung teil. Hier erzählt sie, wie sie das damals empfunden hat.

Frau Wöllenstein, Sie waren vor vier Jahren bei Günther Jauch. Wie oft werden Sie noch darauf angesprochen: a.) nie b.) selten c.) oft d.) bei jeder Gelegenheit?

Selten. Da die früheren Sendungen online nicht verfügbar sind, ist das Ganze nicht mehr so präsent. Es ist eher so, dass ich das aus Spaß mal auf einer Party erzähle, weil es eine lustige Geschichte war, die einem im Leben passiert ist.

Wie kam es denn zu dieser lustigen Geschichte?

Ich musste während der Schulzeit ausnahmsweise mal kurz etwas kopieren. Da kam die damalige Schulleitung auf mich zu und fragte mich: „Wollen Sie nicht eine Million für die Schule gewinnen?“ Und da antwortete ich: „Na klar.“ Später stellte sich dann heraus, dass ich mich mit einem Schüler bewerben sollte, den ich gar nicht unterrichtete. Wir sollten dann mit der Redaktion von „Wer wird Millionär?“ skypen. Und das haben wir dann auch gemacht.

Mit Erfolg.

Naja, die haben uns dann zugesagt, und ich sagte so zu mir: Wie cool ist das denn, mit einer Klasse nach Köln zu fahren, und RTL zahlt das alles. Ich dachte, wir winken da mal kurz in die Kamera – und gut ist. Als ich das dann der Schulleitung erzählte, klärte die mich erst einmal auf, dass wir bei einer Spezial-Sendung teilnehmen würden, wo es wirklich jeder auf den Stuhl zu Günther Jauch schafft. Und dann dachte ich mir: Oh, mein Gott.

Kandidaten haben erzählt, dass sie vor dem Fernseher die Fragen immer beantworten könnten, auf dem Stuhl hätten sie aber Fracksausen bekommen. Wie war es bei Ihnen?

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich die meisten Fragen auch vor dem Fernseher nicht lösen kann. Ich gucke die Sendung auch deshalb nicht gern, weil ich immer das Gefühl bekomme, nichts zu wissen und mich nur mit meinen Inselbegabungen über Wasser halten zu können. Ich war deshalb froh, dass ich so einen kompetenten Schüler an meiner Seite hatte. Als ich auf dem Stuhl saß, war nämlich auch mein restliches Wissen noch weg, und ich dachte nur: Hoffentlich blamiere ich mich jetzt nicht.

Sie haben 64.000 Euro gewonnen. Eine Blamage sieht anders aus.

Ja, aber es ist wirklich gut, dass man sich die Sendung im Internet nicht mehr angucken kann. Wer die Sendung damals gesehen hat, wird wissen: Ich saß da wie ein Grinsemännchen, habe freundlich zu meinem Schüler geschaut und ihm zu verstehen gegeben, dass er doch bitte die Frage beantworten möge.

Wie hat Günther Jauch eigentlich auf Sie gewirkt?

Ich dachte immer, der nimmt einem vor der Sendung die Aufregung, aber ich hab den vorher gar nicht gesehen. Die erste Begegnung fand dann schon im Studio statt, und ich weiß noch, dass er mich erst für die Schülerin gehalten hat und den Schüler für den Lehrer. Deshalb haben die uns damals wahrscheinlich auch genommen: weil wir zusammen irgendwie lustig aussahen. Danach haben wir Jauch nicht so viel Futter gegeben, um aufzublühen. Unser Auftritt war daher recht schnell beendet.

Können Sie sich noch an die letzte Frage erinnern?

Es ging irgendwie darum, welches Bauwerk nur noch mit 26 Euro bewertet wird, oder?

27 Euro.

Genau.

Wissen Sie noch die Antwort?

Naja, das war der Kölner Dom. Aber damals stand ich auf dem Schlauch, obwohl ich es vorher in der HNA gelesen hatte. Die Anspannung stieg ja auch eher, je länger man auf dem Stuhl saß. Am Anfang ist man noch im Tunnel, und dann realisiert man, dass es um etwas geht. Meine Tochter hat damals gesagt, als klar war, dass ich da mitmache, ich sei nicht mutig, sondern ich hätte einfach nicht nachgedacht.

Ist vom gewonnenen Geld eigentlich noch etwas vorhanden?

Nein, das ist gut angelegt in unseren Theaterraum. Da haben wir jetzt ganz tolle Rollos und ganz tolle Technik.

Wie oft schauen Sie heute noch „Wer wird Millionär?“ a.) nie b.) selten c.) oft d.) bei jeder Gelegenheit?

Nie.

Spezial zu 20 Jahre "Wer wir Millionär": Unser Kassel-Quiz

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.