Autos auf der Flaniermeile

Wilhelmsstraße: Durchfahrtsverbot wird missachtet

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Eigentlich eine Fußgängerzone: Das Archivbild zeigt den Blick in die Wilhelmsstraße von der Linear-Uhr aus.

Kassel. Es gibt etliche Tage, da zweifeln die Kaufleute entlang der Wilhelmsstraße daran, dass sich ihre Geschäfte in einer Fußgängerzone befinden.

Vor allem an Vormittagen sei der obere Teil der Meile regelmäßig mit Autos vollgeparkt, hieß es in der Jahreshauptversammlung der Händlergemeinschaft im Quartier Wilhelmsstraße. Außerdem würden immer wieder Fahrer durch diesen Fußgängerbereich eine Abkürzung von der Wolfsschlucht zum Ständeplatz nehmen.

In der Zeit zwischen 19 Uhr abends und 11 Uhr vormittags darf die Wilhelmsstraße zwar befahren werden, allerdings ausschließlich von Lieferanten. Von den Post- und Paketautos seien „viele auch nach Mittag noch auf der Wilhelmsstraße unterwegs, aber die sind nicht das Problem“, sagte Martina Pape, Vorsitzende der Händlergemeinschaft. Sie äußerte Verständnis für gestresste Auslieferungsfahrer, die ihre Touren oft nicht schaffen könnten. „Die haben auch meist eine Sondergenehmigung.“

Es sei aber größtenteils kein Lieferverkehr, der sich in der Fußgängerzone breit mache. Kundenfahrzeuge, etliche Minicars und Taxis sorgen an einzelnen Vormittagen für eine Blechschlange, „die fast vom Ständeplatz bis zur Neuen Fahrt reicht“, sagte Heini-Weber-Inhaber Hans-Peter Dornhöfer. Hinzu komme regelmäßig ein verbotswidriger Abkürzungsverkehr zwischen Wolfsschlucht und Ständeplatz. Dörnhöfer: „Mit gefällt das nicht, weil die Wilhelmsstraße schließlich eine Flaniermeile für die Kunden sein soll.“

Die Kaufleute im Quartier wünschen sich, dass das städtische Ordnungsamt häufiger kontrolliert und die Verkehrsregeln durchsetzt. Die Hilfspolizisten würden sich weitgehend darauf konzentrieren, auf dem Ständeplatz Strafzettel zu schreiben, bemängelt Vorstandsmitglied Lothar Röse: „Wenn da jemand ein paar Minuten ohne Parkschein steht, sind die sofort zur Stelle. Es ist halt viel einfacher, den ruhenden Verkehr zu kontrollieren.“

Um eine Verbesserung zu erreichen, will sich der Einzelhändlerverein laut Martina Pape in den nächsten Wochen mit Ordnungsamtsleiter Ulrich Krebs zusammensetzen. Es werde allerdings bereits jetzt regelmäßig kontrolliert, sagte Stadt-Pressesprecher Ingo Happel-Emrich auf HNA-Anfrage: Zwischen 11 und 19 Uhr sei das Ordnungsamt regelmäßig zu verschiedenen Uhrzeiten etwa zwei- bis dreimal täglich in diesem Bereich auf Streife unterwegs. Im vergangenen September und Oktober sei aufgrund von Beschwerden verstärkt kontrolliert worden. Happel-Emrich: „Allerdings wurden bei diesen Kontrollen keine Verstöße festgestellt.“

Wer die Fußgängerzone verbotswidrig befährt, muss nach Angaben des Stadt-Sprechers mit 30 Euro Verwarnungsgeld rechnen. Erlaubt sei lediglich, von der Wolfsschlucht ein paar Meter in die Fußgängerzone hineinzufahren, um das Parkhaus der Kasseler Sparkasse zu erreichen. Geschäftsinhaber könnten auch direkt telefonisch bei der Verkehrsüberwachung melden, falls sich Fahrer falsch verhalten.

Von Axel Schwarz

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