Zwei Museen in einer Hand

Chef des Naturkundemuseums leitet bald auch das Stadtmuseum

Kassel. Die Stadt Kassel bekommt einen Supermuseumsleiter: Dr. Kai Füldner, seit 2005 Chef des Naturkundemuseums, soll in nächster Zeit zusätzlich zum Ottoneum am Steinweg die Leitung des Stadtmuseums am Ständeplatz übernehmen.

Hintergrund ist die bevorstehende Wiedereröffnung des Stadtmuseums in diesem Jahr. Mit Schließung des Grimm-Museums im Palais Bellevue Ende 2014 sei eine Neustrukturierung der städtischen Museumslandschaft mit den zwei verbleibenden Häusern an der Zeit gewesen, sagte Oberbürgermeister und Kulturdezernent Bertram Hilgen gegenüber der HNA. Die derzeitige Leiterin des Stadtmuseums, Dr. Cornelia Dörr, könnte die Leitung einer neuen Abteilung innerhalb des Kulturamts übernehmen. Hilgen bezeichnet dieses neue Ressort als „Städtische Kunstsammlungen“. Die Aufgabe bestehe unter anderem darin, die Bestände, die auf verschiedene Orte in der Stadt verteilt sind und sich auch in Häusern der Museumslandschaft Hessen Kassel befinden, systematisch aufzuarbeiten und zu registrieren. Ob die Kunsthistorikerin Dörr diese Aufgabe übernimmt, sei aber noch nicht entschieden.

Kai Füldner

Da Dörrs Stellvertreter im Stadtmuseum, Dr. Alexander Link, Ende 2014 in den Ruhestand getreten ist, sei dessen Stelle ausgeschrieben. Besetzt werden soll sie mit einem Historiker, der auch das 20. Jahrhundert im Blick hat. Hilgen: „Ich wünschte mir, dass die Dauerausstellung im Stadtmuseum um die Ereignisse im Jahr 1989, die Grenzöffnung, erweitert wird und nicht 1955 endet.“ Die Wiederbesetzung soll im nächsen Vierteljahr über die Bühne gehen. Links Nachfolger werde sich um das Tagesgeschäft und die Ausstellungen kümmern. Der neue Museumsleiter Füldner müsse nicht fachlich in Erscheinung treten. Vielmehr gehe es darum, die Synergien beider Museen zu bündeln.

Vor allem aber verspricht sich Hilgen von der Veränderung frischen Wind. „Wir wollen mit der Wiedereröffnung des Stadtmuseums, in das wir viel Geld investiert haben, richtig loslegen.“ Für diese Aufbruchstimmung stehe Füldner. Er habe bewiesen, dass er es versteht, die Massen – jährlich 90.000 Besucher und mehr – ins Museum zu locken. Füldner sehe in der neuen Aufgabe eine „Herausforderung“, auf die er sich freue. Am Stellenplan im Rathaus ändere sich mit der Umstrukturierung nichts, betonte Hilgen. Es entstünden keine Mehrkosten. In diesem Jahr soll Kassel mit seinen Museen und musealen Einrichtungen Furore machen, wünscht sich der OB. Im Sommer wird die Grimmwelt eröffnen. Das Ausstellungshaus arbeitet mit Projektleiterin Susanne Völker an der Spitze als GmbH und ist somit keine Abteilung des Kulturamts mehr.

Von Christina Hein

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