Mit Tempo 30 über die Tulpenallee durch den Bergpark?

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Mit Tempo 30 über die Tulpenallee durch den Bergpark?

Kassel. Nachdem die Sanierungs- und Umbaupläne für die Tulpenallee bekannt gemacht worden sind, haben Autofahrer gegenüber der HNA Bedenken angemeldet, dass die Straße durch den Bergpark zum Nadelöhr werden könnte.

Wie berichtet soll die derzeit teilweise acht Meter breite Fahrbahn auf 6,50 Meter verschmälert werden (lesen Sie dazu auch: Tulpenallee wird voll gesperrt). Ab nächsten Montag, 29. August, werden zunächst oberhalb des Schlosses die Fahrbahn bis zum Ortseingang Harleshausen sowie der Bereich der Rasenallee hinter Harleshausen bis zur Kreuzung mit der B251 saniert.

In einem zweiten Schritt soll im Frühjahr 2012 der Abschnitt zwischen dem Schlossplateau bis zum Besucherzentrum an der Endstation der Linie 1 und der Wilhelmshöher Allee erneuert und umgebaut werden. In zwei Bereichen - am Schlosshotel und dem ehemaligen Stationsgebäude der Linie 1 - werde sich die Fahrbahnbreite dabei um etwa 1,50 Meter verringern, sagt Heinz Spangenberg, Leiter des Stadtplanungsamts. Die Breite von 6,50 Metern entspreche der gesetzlichen Norm. „Die Funktionsfähigkeit der Straße wird dadurch nicht eingeschränkt.“ Auch nach dem Umbau werde die Tulpenallee für Omnibusse und Lkw befahrbar sein, versichert Spangenberg.

Die Begegnung von Bussen müsse allein wegen des Tourismus im Bergpark möglich sein. Allerdings werde man in den beiden schmaleren, neu gestalteten Bereichen in Zukunft vermutlich langsamer fahren müssen. Die Stadt prüfe, ob man in den von Besuchern stark frequentierten Abschnitten Tempo 30 einführe. Durch den einheitlichen Belag in beiger Farbe erhoffe man sich eine erhöhte Aufmerksamkeit der Autofahrer. Die neue, hellere Fahrbahnfarbe analog zu den Bergparkwegen soll in dem Bereich zwischen der Endhaltestelle und der Nussallee aufgebracht werden. Dadurch soll die optische Störung des Bergparkensembles durch die Durchfahrtstraße abgemildert werden.

Nach der Sanierung des ersten Abschnitts der Tulpenallee zwischen der scharfen Kurve oberhalb des Schlosses und Harleshausen wird Ende Oktober allerdings die Fahrbahn bis zur Nussallee zunächst grau bleiben, heißt es im Amt für Straßen und Verkehrswesen (ASV) Kassel, das für den ersten Bauabschnitt verantwortlich ist. „Die eingefärbte Deckschicht wird erst aufgebracht, wenn auch im unteren Teil des Bergparks gebaut wird, damit man einen einheitlichen Farbton bekommt“, sagt Sprecherin Christina Röntgen.

Durch das vorübergehende Fehlen der letzten Deckschicht auf den 800 Metern bis zur Nussallee werde die Fahrbahnqualität aber nicht beeinträchtigt. Im Bereich hinter dem Schloss ist die Tulpenallee nach Auskunft des ASV 5,50 Meter breit und damit sehr schmal. „Daher werden wir von der Breite nichts wegnehmen.“

Von Katja Rudolph

Eltern fürchten Verkehrschaos an der Schule

Durch die Straßensperrung auf der Tulpen- und der Rasenallee sehen viele Eltern, deren Kinder die Montessori-Schule besuchen, ein Verkehrschaos auf sich zukommen. Die Schule liegt von Wilhelmshöhe kommend direkt hinter dem Waldrand, unmittelbar am Ortseingang von Harleshausen. Schon jetzt sei jeden Nachmittag sehr viel Verkehr an der Schule, wenn die Kinder abgeholt werden, schildert Sabine Büntig, Mitglied im Elternbeirat. Sie vermutet, dass durch die Sperrung auf beiden Seiten der Durchfahrtstraße die Rasenallee rund um die Schule verstopft wird.

„Wie soll man noch rangieren, wenn zig Eltern ihre Kinder abholen wollen?“ Dass es zu Behinderungen durch die Vollsperrung kommt, sei zu erwarten, sagt Reinhard Banse vom Amt für Straßen- und Verkehrswesen. „Der Komfort für die Autofahrer ist natürlich eingeschränkt.“ Doch sei nach 30 Jahren die Erneuerung der Straße nötig. Eine halbseitige Sperrung mit Ampel sei nicht möglich gewesen, weil die Straße dafür zu eng sei. (rud)

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