Nach 22 Uhr wird laut der Gewerkschaft kaum noch Umsatz gemacht

Mitternachtsshopping: Verdi kritisiert lange Einkaufsabende bis 24 Uhr

+
Einkauf in den späten Abendstunden: Die Geschäfte der Innenstadt bieten dies regelmäßig beim „Mitternachtsshopping“ an, so auch wieder am 28. April. Nach 22 Uhr komme jedoch kaum noch jemand zum Kaufen in die Läden, sagt die Gewerkschaft Verdi.

Kassel. Mit Rücksicht auf die Beschäftigten fordert Verdi, die Späteinkaufsabende in Kassel zeitlich zu begrenzen: Vom Umsatz her lohne sich keine Öffnung bis Mitternacht.

Die City-Kaufleute argumentieren, wichtig seien Berechenbarkeit und ein einheitliches Auftreten.  

In Kassels Innenstadt ist für Freitag, 28. April, wieder ein „Mitternachtsshopping“ geplant, bei dem viele Geschäfte bis 24 Uhr geöffnet haben. Aus diesem Anlass hat die Gewerkschaft Verdi an die City-Kaufleute appelliert, solche Aktionen künftig auf 22 Uhr zu begrenzen. Begründung: Der Aufwand für die beiden Öffnungsstunden vor Mitternacht stehe in keinem Verhältnis zu den spärlichen Umsätzen, die dann noch erwirtschaftet würden, sagt die Dienstleistungsgewerkschaft.

Von Betriebsräten und zahlreichen Beschäftigten des Innenstadt-Einzelhandels gebe es massive Kritik an den Arbeitszeiten, die aus dem Mitternachtsshopping resultieren, heißt es in einem offenen Brief von Verdi an den Vorstand der City-Kaufleute.

Eine Öffnung bis Mitternacht bedeute für viele Mitabeiter, dasss sie mit Nacharbeiten erst gegen 0.30 Uhr Arbeitsende hätten. Danach führen zu vielen Zielen keine Busse und Bahnen mehr, um diese Uhrzeit fühlten sich viele beim Gang durch die Innenstadt nicht sicher. Dieser besonderen Belastung von Arbeitnehmern stünden jedoch, vor allem in der Stunde vor Mitternacht, kaum noch nennenswerte Umsätze in den Geschäften gegenüber.

Unterschrieben ist der offene Brief von den Gewerkschaftssekretären für Handel Manuael Sauer und Mechthild Middeke. Sauer betont, die Handelsunternehmen in der Innenstadt sollten „auch mal den Mut aufbringen, Fehlentwicklungen bei den Öffnungszeiten, die wirtschaftlich nichts bringen und nicht dem Kaufverhalten von Menschen entsprechen, zu revidieren und kürzen.“

In einer Stellungnahme auf Anfrage der HNA betonten die City-Kaufleute, dass solche Sonderöffnungszeiten mit den Mitgliedsgeschäften sowie mit deren Belegschaftsvertretern eng abgestimmt würden. Bei einem Öffnungszeit-Angebot bis Mitternacht „kann es sein, dass einzelne Geschäfte stärker oder schwächer frequentiert werden“, sagte Alexander Wild vom Vorstand der Gewerbevereinigung.

Ziel der Aktion sei es, den Kunden ein zusätzliches Einkaufserlebnis in entspanntem Rahmen anzubieten. „Wichtig ist uns dabei ein einheitlicher Auftritt als City-Kaufleute, ohne dass die Kunden überlegen müssen, wie lange ein einzelnes Geschäft geöffnet hat“. sagte Wild.

„Warum die Innenstadt unter Sicherheits-Gesichtspunkten kein angenehmer Ort sein soll, können wir nicht nachvollziehen“, sagte der City-Kaufleute-Sprecher. Gemeinsam mit der Stadt und den Städtischen Werken habe man vereinbart, dass eine durchgängige Beleuchtung der Innenstadt bis 0.30 Uhr gewährleistet wird. Wild: „Es sind uns keine außergewöhnlich hohen Unsicherheitsfaktoren bekannt.“

Auch die Straßenbahnen würden an solchen langen Einkaufsabenden künftig bis 0.30 Uhr fahren; dies sei Anfang des Jahres mit der KVG vereinbart worden. „Wir freuen uns, dass die KVG so unsere Aktivitäten unterstützt“, sagte Alexander Wild.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.