Modell ist der Star

Dampfer Elsa ist Mittelpunkt des neuen Museums für Fuldaschifffahrt

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Legendäres Prachtstück: Karl-Heinz Müller (links) hat jahrelang an dem Modell des Fuldadampfers „Elsa“ gebaut. Auch Alexander Lorch ist fasziniert.

Kassel. Das Modell des Dampfers Elsa ist eines der Prachtstücke des neuen Museums für die Fuldaschiffahrt, das am Mittwoch während einer kleinen Feierstunde eröffnet wird.

Karl-Heinz Müller hat jahrelang ungezählte Stunden am Modell gearbeitet. Selbst die Passagier-Püppchen, Ausflugskörbe und die Bierkiste der Herkules-Brauerei hat er selbst gebastelt. Auch die anderen 15 aktiven Mitglieder des vor einem Jahr gegründeten Vereins haben nicht gezählt, wie viele Stunden sie bislang in den Aufbau des Museums im ehemaligen Speichergebäude des Kasseler Hafens gesteckt haben. Wände mussten gestrichen, die gesamte Elektrik komplett erneuert werden.

Jetzt leuchten Strahler Schautafeln und historische Bilder von über 20 Schiffen aus, die einst auf der Fulda schipperten. „Je intensiver man sich damit beschäftigt, umso mehr kommen hinzu“, sagt Vereinsvorsitzender Alexander Lorch. Von einigen, wie der „Hertha“, der „Wilhelmshöhe“ oder dem Schleppdampfer „Biene“ existieren auch Modelle. Ebenso vom alten Kasseler Hafen und – ganz aktuell – von der Schleuse Wahnhausen.

Dampfer Elsa ist Mittelpunkt des Museums für Fuldaschifffahrt

Karl-Heinz Müller hat auch dieses Modell gebaut, das die Funktion dieser besonderen Schleuse erläutert. „Wir möchten auch Schulklassen ansprechen“, sagt Lorch. Exponate und Erklärungen sind deshalb sehr anschaulich.

Wer beispielsweise dem auf den Boden gemalten Flussverlauf folgt, findet auch Bilder und Erklärungen zu den anderen – mitunter ehemaligen – Bauwerken an der Fulda zwischen Kassel und Hann. Münden.

Nachgebauter Steuerstand

Mithilfe eines nachgebauten Steuerstandes und eines Beamers, der die Fahrt über Fuldaabschnitte auf eine Leinwand projiziert, kann der Besucher bald virtuell über die Fulda fahren.

Das Museum wird zum ersten Mal am Samstag, 14. September, und am Sonntag, 29. September, jeweils von 11 bis 17 Uhr öffnen sowie nach Absprache.

Kontakt: Tel. 0561/9 70 74 66, www.fuldaschifffahrt.de, E-Mail: Kontakt@fuldaschifffahrt.de

Damit begannen die Bewohner der Region übrigens etwa um 1600. Damals versorgten die von Menschen oder Tieren am Ufer gezogenen Treidelkähne die Bewohner bis hin nach Hersfeld mit Rohstoffen, Waren und Lebensmitteln.

Geschichte und Geschichten – auch über sämtliche Kasseler Fuldavereine – gibt es im neuen Museum zu entdecken. Ein anregender Ort auch für Zeitzeugen, sich auszutauschen. Joachim Bürgel, der Enkel des ersten Schleusenmeisters an der 100 Jahre alten Kasseler Stadtschleuse, hat beispielsweise seine Berichte in einem elektronischen Vortrag zusammengefasst.

„Es soll ein Einstieg sein“, sagt Lorch. Wenn das Museum gut angenommen werde, wollen sich die Mitglieder auch mit anderen Bereichen befassen. Zum Beispiel mit Dennis Papins erster Fahrt mit einem Dampfschiff auf der Fulda im Jahr 1707.

Von Martina Heise-Thonicke

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