Schützenpanzer sichert 350 Jobs in Kassel

Modernstes Waffensystem seiner Art: Erster Puma wird übergeben

Neu aus Kassel: Der Puma gilt als weltweit modernster Schützenpanzer . 350 Exermplare hat die Bundeswehr geordert. Foto: dpa

Am Mittwoch übergeben Krauss-Maffei Wegmann und Rheinmetall Landsysteme den ersten von 350 Puma-Schützenpanzern offiziell an die Bundeswehr - mit jahrelanger Verspätung.

Das Kettenfahrzeug, das den betagten Marder ablösen soll, gilt als das weltweit modernste Waffensystem seiner Art. Es stammt ganz überwiegend aus Kassel und sichert hier bis 2020 direkt 350 Jobs.

Der Puma ist eines der größten heerestechnischen Projekte der vergangenen Jahrzehnte – auch europaweit. Abgewickelt wird das Geschäft von der Kasseler Projekt System & Management GmbH (PSM) – einem Gemeinschaftsunternehmen der Kasseler Heerestechnik-Hersteller Rheinmetall Landsysteme (RLS) und Krauss-Maffei Wegmann (KMW), die die hochgesicherten Truppentransporter je zur Hälfte bauen. KMW fertigt sie komplett in Kassel, RLS produziert hier unter anderem wichtige Fahrwerkskomponenten, Anbauteile sowie die Aufnahme-Vorrichtung für die Waffe und liefert sie sowohl ans Schwesterwerk Unterlüß in der Südheide (Kreis Celle), wo das Rheinmetall-Kontingent montiert wird, als auch an KMW. Beide Unternehmen beschäftigen in Kassel 2250 Mitarbeiter.

Die Beschaffung des neuen Panzers kostet den Steuerzahler nach Angaben der Verteidigungsministeriums 4,5 Milliarden Euro – doppelt so viel wie vor elf Jahren veranschlagt, als der Vertrag unterzeichnet wurde. Damit befindet sich der Puma in guter Gesellschaft mit nahezu allen militärischen Großprojekten, die am Ende immer teurer werden. Industrie und Politik geben einander regelmäßig die Schuld an Pannen und steigenden Ausgaben.

Bundestag-Wehrbeauftragter Hans-Peter Bartels (SPD) erklärte unlängst, 350 Puma seien angesichts der zunehmenden Spannungen zwischen dem Westen und Russland zu wenig. Für die jüngste Nato-Übung in Polen habe das Gerät aus der gesamten Bundeswehr „zusammengekratzt“ werden müssen.

Mehr lesen Sie am Mittwoch in der gedruckten Ausgabe.

Mehr über Rheinmetall Landsysteme und Krauss-Maffei Wegmann lesen Sie im Regiowiki.

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