Funde im Bergpark waren Anlass, Karlsaue zu prüfen

Mögliche Weltkriegsbomben unter der Karlsaue: Sicherheit geht vor

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Der Zissel 2014 findet ohne Riesenrad statt: Schwere Fahrgeschäfte sind in diesem Jahr bei dem Volks- und Wasserfest am Auedamm tabu. Archivfoto: Malmus

Kassel. Große Fahrgeschäfte wie Karussells und Auto-Scooter haben es schwer in Kassel. Sie dürfen nicht zur Wehlheider Kirmes auf dem Stockplatz aufgestellt werden, und nun ist auch der Rand der Karlsaue verbotenes Gebiet für sie. Der Grund: Im Boden könnten Blindgänger liegen, die bei großem Druck oder Vibrationen in die Luft gehen könnten.

Dass die Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) überhaupt auf die Idee kam, die Karlswiese und die angrenzenden Wege unter die Lupe zu nehmen und auf Bomben untersuchen zu lassen, liegt an aufmerksamen Mitgliedern der Jugendhütte im Bergpark Wilhelmshöhe. Dort merkte man bei Untersuchungen der Wege, dass Merkwürdiges im Untergrund liegen könnte. Im Bergpark habe man allerdings das Problem, dass sich bei der Überprüfung mit elektronischem Gerät die Basaltsteine im Boden nicht klar von möglichen Bomben unterscheiden ließen, sagt Dr. Micha Röhring von der MHK.

Sicher ist sicher, dachte sich aber nicht nur Röhring: Die Untersuchungen wurden auf die Karlswiese ausgeweitet, und demnächst sollen die ganze Aue und der gesamte Bergpark dran sein. Denn: „Auch wenn etwa große Bäume gefällt werden, könnte es gefährlich werden“, sagt Röhring. Und: Wenn man wirklich etwas Verdächtiges finden sollte, wird auch gebuddelt. Besucher der Karlsaue oder des Bergparks bräuchten sich gleichwohl keine Sorgen zu machen. „Wer spazieren geht, dem wird nichts geschehen“, heißt es. Nur auf großen Druck, Vibrationen oder Erschütterungen würden die Blindgänger im Boden möglicherweise reagieren.

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Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen ist sich sicher, dass trotz des Verbots der großen Fahrgeschäfte der Zissel ein voller Erfolg wird. Die Stadt biete den Organisatoren jedenfalls alle mögliche Hilfe an, erklärte Hilgen gestern. Denn, so der Oberbürgermeister: „Die Verantwortlichen des Zissels organisieren das Heimat- und Wasserfest seit Jahren mit viel Herzblut.“

Auch Zisselpräsidentin Janine Herr ist sich sicher, dass der Zissel auch dieses Jahr ein schönes Fest wird: Herzstück seien nun einmal der Wasserfestzug und die anderen traditionellen Veranstaltungen.

Angelika Hüppe, Geschäftsführerin von Kassel Marketing und damit erstmals für die Organisation der Zisselmeile zuständig, sagt, dass man einen ausgelassenen und auch sicheren Zissel feiern werde. Sie danke allen Bürgern für das Verständnis für die Änderungen beim Zissel.

Von Frank Thonicke

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