Taucher holen 15 Kilogramm schwere Phosphorbombe aus Fulda

Kassel. Um 15.45 Uhr reckte Munitionstaucher Thomas Müller seinen Daumen in die Höhe: Am Ufer machte sich bei der Suchgruppe des hessischen Kampfmittelräumdiensts Erleichterung breit. Die in der Fulda vermutete 15 Kilo schwere Brandbombe war am Freitag gefunden worden.

Video von der Bergung

Aktualisiert um 20.17 Uhr am 5. August 2011

In einem Spezialbehälter wurde das Relikt aus dem Zweiten Weltkrieg in eine Kampfmittelbeseitungsanlage nach Mittelhessen gebracht. Angefangen hatte die Bombensuche mit Blasen an der Wasseroberfläche, die Wassersportler unweit des Auebades entdeckt hatten. Für Gerhard Gossens, Leiter des Kampfmittelräumdiensts, ein eindeutiger Hinweis auf eine undichte Phosphorbombe am Grund des Flusses. Sein Verdacht sollte sich nach mehrtägiger Suche bewahrheiten.

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Dabei war der Erfolg gestern keinesfalls gewiss. Mit Hilfe eines Detektors, der Metall ausfindig macht, war der Fulda-Grund weiträumig untersucht wurden. Anhand von GPS-Daten markierte der Kampfmittelräumdienst verdächtige Positionen mit kleinen Bojen. Dabei war Munitionstaucher Müller auf sich allein gestellt. Er tauchte mit einem Minensuchgerät an jeder der markierten Stellen und tastete sich durch den Schlick. Viel Metallschrott bekam er dabei zu sehen. Schließlich hatte er eine alte Pistole in der Hand, die der Polizei zur Untersuchung übergeben wurde. 

Fotos: Taucher suchen nach Weltkriegsbombe in der Fulda

Taucher suchen nach Weltkriegsbombe in der Fulda

An der fünften Boje meldete Taucher Müller den Erfolg per Funk vom Fulda-Grund an das Boot über ihm. Im trüben Flusswasser identifizierte der Experte die Bombe, aus der durch zwei Löcher das giftige Phosphor ausgetreten war. Er verpackte sie unter Wasser in einen mit Wasser gefüllten Spezialbehälter. Dadurch wurde eine mögliche Explosion verhindert, für die Sauerstoffkontakt nötig ist. Um 17 Uhr wurde die wegen der Bergung gesperrte Fulda für den Schiffsverkehr wieder freigegeben. Thomas Müller wirkte bei seinem Tauchgang äußerst entspannt. „Bei den schwülen Temperaturen ist das hier sehr angenehm“, witzelte er, nachdem er in die Fulda gestiegen war. (bal)

Rubriklistenbild: © Camrath

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