Amtsgericht verurteilt 34-Jährigen wegen schwerer Brandstiftung

Erneut Haftstrafe: Mörder steckte seine Zelle aus Protest an

Kassel. Dieser Brand hatte für Aufsehen gesorgt: Weil er eine Matratze in seiner Zelle in der Justizvollzugsanstalt Kassel I in Wehlheiden im Oktober 2014 angezündet hatte, wurde am Donnerstag ein 34-jähriger Häftling vor dem Kasseler Amtsgericht wegen schwerer Brandstiftung in Tateinheit mit Sachbeschädigung zu einem Jahr und drei Monaten Haft verurteilt.

Der verurteilte Mörder, der seine lebenslange Freiheitsstrafe inzwischen in der JVA Weiterstadt absitzt, hatte erklären lassen, dass er die Zelle aus Protest gegen die unhygienischen Zustände in dem Gefängnis angesteckt habe. Die Auslieferung des Brotes durch andere Gefangene und Justizvollzugsbedienstete habe nicht seinen Vorstellungen entsprochen. Das Brot sei dreckig gewesen. Beschwerden und Hungerstreiks hätten nichts an diesem Zustand geändert, ließ der Häftling aus Kasachstan seinen Verteidiger erklären. Der Brand sei quasi sein letztes Mittel gewesen.

Mit Richterin Ferchland kommunizierte der Angeklagte, für den ein Dolmetscher die Verhandlung übersetzte, nicht direkt. Der Mann mit kurz geschorenen Haaren und Vollbart, ließ nur seinen Anwalt sprechen. Wie sehr er offenbar das Gericht missachtet, wurde bei der Urteilsverkündung deutlich. Der 34-Jährige weigerte sich, vor der Richterin auszustehen. Nach Informationen der HNA soll es sich bei dem Mann um einen Moslem handeln.

Die Richterin hielt ihm zu Gute, dass er die Brandstiftung umgehend gestanden habe. Zudem seien keine Mithäftlinge oder Bedienstete der JVA verletzt worden. Allerdings habe er eben dies in Kauf genommen. Zudem sprächen die Vorbelastungenen gegen den 34-Jährigen. 2007 war der Kasache mit dem Ziel nach Deutschland gekommen, einen Landsmann in Wetzlar zu töten. Am 18. Juli 2007 setzte er die Tat kaltblütig um. Das Landgericht Limburg verurteilte ihn deshalb 2008 zu einer lebenslangen Haftstrafe.

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