Im Stadtteil Forstfeld will eine Kölner Firma 61 Reihenhäuser am Lindenberg bauen

Molkerei wird Wohnpark

Sollen abgerissen werden: Die Gebäude der ehemaligen Privatmolkerei Lindenberg im Bereich Forstbachweg / Kupferhammerstraße. Auf dem Grundstück ist der Bau von 61 Reihenhäusern geplant. Fotos: Wohlgehagen

Forstfeld. Im Stadtteil Forstfeld soll ein Wohnpark mit 61 schlüsselfertigen Reihenhäusern entstehen. Investor ist die „Deutsche Reihenhaus AG“ aus Köln, die das Gelände der seit Jahren stillgelegten Privatmolkerei Lindenberg im Bereich Forstbachweg / Kupferhammerstraße erwerben will.

Während der jüngsten Ortsbeiratssitzung stellten Projektleiter Torben Rave und Birgit Schwarze vom städtischen Planungsamt den Entwurf des Vorhaben- und Erschließungsplans vor und nahmen zu den städteplanerischen und den wirtschaftlichen Zielen Stellung.

Aus Sicht des Ortsbeirats wertet das Bauvorhaben den Stadtteil Forstfeld auf. Die Zustimmung des Beirats zur Planung wurde mit der Anregung verbunden, den alten Baumbestand auf dem Gelände zu erhalten.

Neben der Freude darüber, dass die ehemalige Molkerei endlich abgerissen und das Grundstück bebaut werden soll, gab es auch Kritik. Vor allem wegen der baulichen Verdichtung auf dem Grundstück, am Stellplatznachweis und der vorgesehenen Dacheindeckung.

Angst vor mehr Verkehr

Es werde unheimlich viel Baumasse auf die Fläche gepresst, sagte Jürgen Vöckel (SPD). Hans-Peter Faber (B 90 /Grüne) sorgt sich um das zusätzliche Verkehrsaufkommen auf dem Forstbachweg.

Die Reihenhaus AG will - mit Ausnahme des Hauses Forstbachweg 25 - alle Betriebs- und Wohngebäude der ehemaligen Molkerei noch in diesem Jahr abreißen. Eine Erhaltung der Gebäude sei nicht möglich. Das denkmalgeschützte Haus Forstbachweg 25 werde man veräußern, sagte Rave.

Zu jedem Haus werde ein Garten mit einheitlichem Gartenhaus gehören, erklärte der Projektleiter, der mit einer Bauzeit von maximal zwei Jahren einschließlich der Abrissarbeiten rechnet.

Bernd Wulfken (64) kritisierte, dass für die Anlage ein eigenes Blockkraftheizwerk gebaut werden soll. „Wir haben doch Fernwärme nebenan“, sagte der Forstfelder Bürger. Anwohner Edmund Wendland (47) befürchtet gar, „dass alle Straße ringsum zugeparkt werden“, weil die Wohnanlage über zu wenige Stellplätze verfüge. Man weise mehr Stellplätze nach als erforderlich, entgegnete der Projektleiter.

Diskussionen gab es auch über die Dacheindeckung. Bürger plädierten für die Verwendung quartiersüblicher roter Ziegel anstelle anthrazitfarbiger Dachpfannen.

Um offene Fragen zu klären, will Architektin Birgit Schwarze vom Planungsamt alle direkten Nachbarn zu einem Abstimmungsgespräch einladen. Der Bebauungsplanentwurf soll am 27. Mai der Kasseler Stadtverordnetenversammlung vorgelegt und im beschleunigten Verfahren bereits Ende 2013 als Satzung beschlossen werden. (ppw)

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