Schul- und Kitakinder mit Schnupfen müssen nicht mehr nach Hause

Montag startet die Schule in Kassel: Schüler und Lehrer müssen Masken tragen

Eine Hand mit einem ausgestreckten Zeigefinger. Im Hintergrund steht ein Mann.
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Am Montag startet in Stadt und Kreis Kassel die Schule. Schüler und Lehrer müssen dann außerhalb der Klassenzimmer Masken tragen (Symbolbild).

Vor dem Start ins Schuljahr hatte das hessische Kultusministerium den Corona-Hygieneplan aktualisiert. Damit soll eine weitgehende Rückkehr zum Regelbetrieb möglich werden. Die Vorgaben im Überblick.

MINDESTABSTAND: Die 1,5-Meter-Abstand-Regel gilt zwischen Lehrern, Schülern und Betreuern innerhalb des Klassenverbandes für den Präsenzunterricht nicht mehr. Der Mindestabstand soll jedoch beispielsweise bei Konferenzen oder Schulveranstaltungen nach wie vor eingehalten werden.

MUND-NASEN-SCHUTZ: Schüler und Lehrer müssen außerhalb der Klassenzimmer einen Mund-Nasen-Schutz tragen - ab dem Betreten des Schulgeländes bis zum Hinsetzen auf dem Platz.

TESTS: Jede hessische Lehrkraft kann sich ab der letzten Ferienwoche bis 1. Oktober kostenlos auf eine mögliche Corona-Infektion testen lassen. „Das freiwillige Testangebot ermöglicht es, Infektionsketten frühzeitig zu erkennen, sie zu unterbrechen und damit das Risiko einer unerkannten Verbreitung des Coronavirus in den Schulen zu reduzieren“, heißt es beim Ministerium.

SPORTUNTERRICHT: Sport darf wieder in allen Schulformen und Jahrgangsstufen unterrichtet werden, es gelten jedoch Schutzmaßnahmen. Zuletzt waren Kontaktsportarten nur mit maximal zehn Personen möglich. Künftig wird unter anderem jeder Schülergruppe ein festgelegter Bereich innerhalb der Sportstätte zugewiesen, die Gruppen dürfen sich nicht mischen. Der direkte körperliche Kontakte sollte auf das „sportartspezifisch notwendige Maß“ reduziert werden, heißt es in einer Anlage zum Hygieneplan. Überörtliche schulsportliche Wettbewerbe bleiben verboten.

MUSIKUNTERRICHT: Musikunterricht ist unter Einhaltung von Vorgaben möglich. Gemeinsames Singen und gemeinsames Musizieren mit Blasinstrumenten bleibt aber bis Ende Januar 2021 im Klassenraum untersagt - die Lehrer müssen dafür mit den Schülern ins Freie gehen.

HYGIENEREGELN: Menschen mit Krankheitssymptomen, die auf Covid-19 hindeuten, dürfen die Schulen nicht betreten. Auf Körperkontakte wie Umarmungen und Händeschütteln soll weiter verzichtet werden. Mindestens alle 45 Minuten muss ein Klassenraum gründlich gelüftet werden. Das Ministerium empfiehlt, die Corona-Warn-App zu nutzen.

Weitere Einzelheiten will das Kasseler Schulamt am Freitagnachmittag bei einer Pressekonferenz veröffentlichen.

Schul- und Kitakinder mit Schnupfen müssen nicht mehr nach Hause

Kindergarten- und Schulkinder mit einem Schnupfen sollen künftig in Hessen nicht mehr sofort nach Hause geschickt werden. Die entsprechenden Leitlinien seien angepasst worden, sagte die hessische Sozialstaatssekretärin Anne Janz (Grüne) am Donnerstag in Wiesbaden. Eine solche Maßnahme müsse nur noch bei den für die Erkrankung mit Covid-19 typischen Symptomen wie Fieber, trockener Husten oder allgemeine Abgeschlagenheit ergriffen werden.

Hessen führt Maskenpflicht in Schulen außerhalb der Klassenräume ein

Mit Beginn des neuen Schuljahres müssen Schüler und Lehrer außerhalb der Klassenzimmer sogenannte Alltagsmasken auf dem Schulgelände tragen. Die Pflicht gelte vom Betreten des Geländes bis zum Hinsetzen auf den Platz, erklärte ein Sprecher des Kultusministeriums am Mittwoch in Wiesbaden. Das Land macht den Schulen damit einheitliche Vorgaben wegen der Corona-Pandemie. In Hessen beginnt am Montag für rund 760 000 Schülerinnen und Schüler sowie rund 60 000 Lehrkräften nach den Sommerferien wieder der Unterricht.

Bislang war vorgesehen, dass jeweils die Schulleitungen über das Tragen von Masken zur Abdeckung von Mund und Nase entscheiden. Mit der ��nderung reagiere man nun auf die zuletzt wieder etwas angestiegenen Ansteckungszahlen mit dem Coronavirus, sagte der Ministeriumssprecher. Zudem habe es Rückmeldungen von Schulleitern mit dem Wunsch nach einer einheitlichen Regelung gegeben. Über weitere Maßnahmen und Regeln im Umgang mit der Corona-Pandemie will die Landesregierung am morgigen Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Wiesbaden informieren.

Auch in mehreren anderen Bundesländern müssen Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer im neuen Schuljahr auf dem Schulgelände eine Mund-Nase-Bedeckung tragen. In Nordrhein-Westfalen gilt die Pflicht zumindest vorübergehend auch für die Zeit des Unterrichts. Das ist in Hessen nicht vorgesehen, Schüler und Lehrer dürfen aber eine Maske aufsetzen, wenn sie das wollen.

Angesichts der Corona-Pandemie ist der Start ins neue hessische Schuljahr wie nie zuvor mit Hoffnungen, Ängsten und Fragen verbunden. „Die Elternschaft ist tief gespalten“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Landeselternbeirats, Korhan Ekinci. „Es gibt viele Eltern, die sich freuen, dass die Schule wieder losgeht, einfach weil die Kinder die sozialen Kontakte brauchen und den Austausch mit den Lehrern.“

Das Zuhausebleiben habe für die Schülerinnen und Schüler teils zu großen Schwierigkeiten geführt. „Nicht überall im Elternhaus haben wir Friede, Freude Eierkuchen“, stellte Ekinci fest. Die Gruppe der Befürworter vertraue darauf, dass die Politik zusammen mit den Schulen alles durchgeplant habe - „dass die Kinder genauso gesund aus der Schule kommen wie sie morgens hingeschickt wurden“.

Auf der anderen Seite gebe es Eltern, die ganz große Bauchschmerzen bei der Schulöffnung hätten, sagte Ekinci. „Sie können sich nicht vorstellen, dass die Kinder dort wirklich ungefährdet sein werden.“ Allein der Schulweg sei ja schon eine große Herausforderung. Für ihn sei es schwierig einzuschätzen, welche der beiden Gruppen in der Elternschaft größer ist, erklärte Ekinci. „Beide Gruppen scheinen unversöhnbar zu sein und sie diskutieren sehr herzhaft miteinander.“ Auch die Lehrerschaft sei sehr gespalten, berichtete der Landesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung, Stefan Wesselmann. Einige sagten, „wir können Schule nicht machen, wenn wir die Abstandsregeln nicht beibehalten“. Andere befürchteten wiederum, dass die Schere zwischen den Kindern immer weiter auseinandergehe, wenn die einen zuhause von den Eltern beim Lernen Unterstützung bekommen, andere dagegen nicht. „Das pädagogische Herz sagt, wir wollen sie alle in der Schule haben“, sagte Wesselmann. Dann könnte eine Maskenpflicht im Klassenraum womöglich der Preis sein, den man zahlen müsse. Allerdings sei dies - vor allem bei sommerlichen Temperaturen - über mehrere Stunden hinweg schon eine Herausforderung. Der Start in den schulischen Regelbetrieb in der kommenden Woche sei ein notwendiger Schritt, denn die unmittelbare persönliche Interaktion von Lehrkräften und Schülern sei unersetzbar, teilte der Vorsitzende des Hessischen Philologenverbandes, Reinhard Schwab, mit. „Der Bildungsanspruch der jungen Menschen steht außer Frage, er zwingt uns jedoch in eine Risikosituation hinein, deren Unkalkulierbarkeit uns belastet und herausfordert.“

Elternvertreter Ekinci erwartet nach eigenen Worten von allen Beteiligten den Mut, „wenn wir sehen, das klappt nicht, zu sagen: „Ok, Halt, Stop“.“ Wenn die Kinder gefährdet seien, müsse man die Corona-Lockerungen zurücknehmen. „Was ich auch erwarte, ist, dass die Politik den Lehrkräften vor Ort vertraut, und wenn die um Hilfe rufen und sagen „das funktioniert so nicht“, dass die Politik es auch den Schulen erlaubt, es jeweils anders zu machen“, sagte Ekinci. (dpa)

Die Erich-Kästner-Schule in Homberg stellt sich mit einem neuen Konzept gegen die Corona-Verordnung für jede Schule des Landes Hessen. Doch die Landesverwaltung hat kein Problem damit.

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