Shpetim Aloci erlitt durch Schüsse vielfache Verletzungen in Brustorganen

Mordfall Knorrstraße: Opfer wurde vermutlich erst von vorn getroffen

Das Opfer: Shpetim Aloci (21) wurde in der Knorrstraße erschossen.
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Das Opfer: Shpetim Aloci (21) wurde in der Knorrstraße erschossen.

Der 21-jährige Shpetim Aloci aus Kassel wurde in der Nacht zum 1. August 2019 mit mindestens sechs Schüssen auf der Knorrstraße in Niederzwehren getötet. Sechs Schussverletzungen seien bei der Obduktion des jungen Mannes in der linken Brust, am Rücken und am Gesäß festgestellt worden, sagte gestern ein Rechtsmediziner vor der zehnten Strafkammer des Kasseler Landgerichts aus.

Zudem habe das Opfer eine Durchschussverletzung an der linken Hand erlitten. Es könne aber sein, dass das Projektil, das seine Hand durchschossen habe, anschließend noch in den Körper eingetreten ist.

Der Sachverständige führte aus, dass er die Schüsse dahingehend interpretiert habe, dass Shpetim Aloci zuerst in der linken Brust getroffen worden sei, dann nach vorne stürzte und anschließend die weiteren Schüsse auf Rücken und Gesäß abgegeben wurden. Die Schüsse, die aus einer Entfernung von einem halben Meter oder mehr abgegeben worden seien, hätten vielfache Verletzungen der Brustorgane verursacht. Diese hätten zum Tod durch Verbluten geführt.

Shpetim Aloci sei bei seinem Tod nicht alkoholisiert gewesen. Man habe nur eine sehr geringe Menge THC in seinem Körper nachgewiesen. Es könne sein, dass er einen Tag vor seinem Tod einen Joint geraucht habe, so der Sachverständige.

Die Untersuchungen bei dem 27-jährigen Maurice K. aus Kassel, der sich wegen des Verdachts des Mordes auf der Anklagebank verantworten muss, hätten ergeben, dass er ebenfalls Cannabis konsumiert habe. Es sei durchaus möglich, dass der Konsum zeitnah zu der Tat stattgefunden habe. Außerdem seien in seinem Körper Amphetamine in einer geringen Dosis nachgewiesen worden.

Der Angeklagte: Der 27-jährige Maurice K. aus Kassel.

Der 27-jährige Angeklagte, der bereits am ersten Verhandlungstag eingeräumt hatte, auf Shpetim Aloci geschossen zu haben, hatte auch ausgesagt, dass er vor der Tat Spice, eine Droge aus synthetischen Cannabinoiden, geraucht habe. Spice sei bei der Analyse nicht festgestellt worden, so der Sachverständige. Das könne aber auch daran liegen, dass viele Substanzen in dieser synthetischen Droge noch nicht bekannt seien und man deshalb nicht danach gesucht habe. Der Rechtsmediziner führte auch aus, dass Spice stärker als Cannabis wirke und Wahnvorstellungen auslösen könne.

Ein Blutalkoholtest, der bei dem Angeklagten sechs Stunden nach der Tat gemacht wurde, sei negativ ausgefallen, so der Sachverständige. Man könne aber nicht ausschließen, dass er während der Tat gering alkoholisiert gewesen sei.

Maurice K. hat in seiner Einlassung behauptet, dass Shpetim Aloci ihm gedroht habe, ihn umzubringen. Deshalb habe er in der Tatnacht aus der Knorrstraße verschwinden wollen. Der 21-Jährige sei ihm aber gefolgt und habe ihn auf den Hinterkopf geschlagen, wodurch er eine Beule erlitten habe. Daraufhin habe er sich umgedreht, seine Waffe aus dem Hosenbund gezogen und die Schüsse abgegeben.

An eine Beule am Kopf von Maurice K. bei der rechtsmedizinischen Untersuchung könne er sich nicht erinnern, so der Sachverständige. Es wurde allerdings dokumentiert, dass Maurice K. eine Hautrötung am Hinterkopf hatte. Solch eine Rötung könne die Folge eines Schlags sein, aber auch durch Kratzen entstehen, so der Rechtsmediziner.

Der Prozess wird am Mittwoch, 27. Mai, fortgesetzt.

Nach dem Mord in der Knorrstraße in Kassel-Niederzwehren ist nun das Urteil gefallen. Der 27-jährige Maurice K. muss nun in Haft.

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