Mordfall Savasci: Bundesgerichtshof hat Revision verworfen

+
Das Opfer: Mehtap Savasci wurde von ihrem Bruder ermordet. Das Urteil gegen den 52-jährigen Mann ist jetzt rechtskräftig. Foto:  nh

Kassel. Das Urteil im Mordfall Mehtap Savasci ist rechtskräftig. Das teilte Dr. Martin Kolter, Sprecher des Landgerichts Kassel, am Dienstagvormittag mit.

Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe habe die Revision in dem Fall verworfen. Der Kasseler Anwalt Dr. Sven Schoeller, Strafverteidiger des Angeklagten, hatte nach der Urteilsverkündung im Oktober 2015 angekündigt, Revision gegen das Urteil beim BGH einzulegen.

Ohne Erfolg. Der BGH hat kürzlich das Urteil der Sechsten Strafkammer des Kasseler Landgerichts bestätigt. Die hatte den mittlerweile 52-jährigen Mann am 22. Oktober vergangenen Jahres zu einer lebenslangen Haftstrafe wegen Mordes an seiner Schwester Mehtap Savasci verurteilt.

Es gebe für die Strafkammer keine Zweifel, dass der Mann aus Maintal seine Schwester am 7. Oktober 2014 zunächst vor ihrer Wohnung im Kasseler Stadtteil Wehlheiden entführt, bei Felsberg mit zwei Schüssen ins Herz getötet und anschließend in einem Kleingarten in Wiesbaden verscharrt hat, so der Vorsitzende Richter Volker Mütze bei der Urteilsbegründung.

Der Streit sei am 4. Oktober 2014 Jahres eskaliert, nachdem Mehtap Savasci sich geweigert habe, das Bayram-Fest gemeinsam mit ihrer Familie zu feiern. Nachdem seine Schwester ihm gesagt habe, sie habe keinen Bruder mehr, habe sich der Angeklagte dazu entschlossen, die 40-Jährige zu töten. Er sei durch ihre Aussagen in seiner Ehre als älterer Bruder und Kümmerer in der Familie verletzt worden, sagte Mütze. Er habe geplant, seine „Schwester zu eliminieren, um seine gekränkte Ehre wiederherzustellen“. Der Bruder sei dabei „kühl, rational und gezielt planerisch“ vorgegangen.

Das Gericht sei anhand einer Vielzahl von Bausteinen zu dem Ergebnis gekommen, dass der 51-Jährige seine Schwester aus niedrigen Beweggründen ermordet habe, sagte Mütze. Das Motiv: Die Schwester habe nicht mehr seinen Vorstellungen von Familie entsprochen. Er sei mit der Lebensweise von Mehtap, die auch einen Geliebten hatte, nicht einverstanden gewesen.

Yaren Savasci, die 20-jährige Tochter von Mehtap Savasci, hat erleichtert auf die Entscheidung des BGH reagiert. „Ich hatte Panik, dass es ein weiteres Verfahren gibt.“ Sie wisse nicht, ob sie das alles noch einmal hätte durchstehen können. Sie sei froh, dass der Mord an ihrer Mutter jetzt in juristischer Hinsicht abgeschlossen sei. Die junge Frau möchte im kommenden Jahr ein Jura-Studium mit Schwerpunkt Strafrecht beginnen.

Lesen Sie auch: Alle Artikel auf der Themenseite zum Fall

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.