Kritik an Verfassungsschutz

Mordfall Yozgat: Kasseler Polizei fühlte sich im Stich gelassen

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Gerald Hoffmann , Polizeipräsidium Nordhessen.

Kassel. Im NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestages, der Hintergründe der Neonazi-Mordserie aufklären soll, wurde am Donnerstag in Berlin auch der Mord an Halit Yozgat erörtert. Die Kasseler Polizei gab zu Protokoll, dass sie sich vom Verfassungsschutz nicht ausreichend unterstützt gefühlt habe.

Yozgat war in Kassel am 6. April 2006 vermutlich von NSU-Mitgliedern erschossen worden. Vor dem Untersuchungsausschuss hat Donnerstagabend Gerald Hoffmann, leitender Kriminaldirektor im Polizeipräsidium Nordhessen, ausgesagt und dem Landesamt für Verfassungsschutz Vorwürfe gemacht.

Informationen, Videos, Fotos: In einem Überblicksartikelhaben wir alles zur Neonazi-Mordserie und zum Fall in Kassel zusammengefasst.

Der Mord an Yozgat hatte für Aufsehen gesorgt, weil der Verfassungsschutz eine völlig undurchsichtige Rolle spielte. Unmittelbar vor dem Mord war der Hofgeismarer Verfassungsschützer Andreas T. am Tatort. Er surfte im Internet in Yozgats Café an der Holländischen Straße. Als Zeuge hatte sich der Verfassungsschützer bei der Polizei aber nicht gemeldet. Er wurde ermittelt, als Tatverdächtiger befragt und wieder auf freien Fuß gesetzt. Vor einiger Zeit wurde dann bekannt, dass Andreas T. einen Agenten mit Kontakt zur Neonazi-Szene geführt hatte. (tho)

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