Eröffnung im Herbst geplant

Moschee am Mattenberg: Versicherung und Solarfirma sind Mieter

Kassel. Diese Probleme kennen viele Bauherren: Es wird teurer und die Bauzeit ist viel länger als geplant. So geht es auch der Türkisch-Islamischen Gemeinde am Mattenberg, die seit Sommer 2008 an ihrer Moschee mit Minarett baut.

Im Sommer 2009 waren die Vereinsmitglieder noch davon ausgegangen, dass das islamische Gotteshaus an der Mattenbergstraße insgesamt 2,1 Millionen Euro kostet. Die Eröffnung war damals für 2011 geplant.

Lesen Sie auch:

- Aluminiumbelag lässt Moschee-Kuppel in Oberzwehren funkeln

- Ehrung für Moschee-Bauer

Mittlerweile hat der Verein 2,4 Millionen Euro ausgegeben, insgesamt rechnet der Vorsitzende Zeki Demir nun mit Gesamtkosten von 3 Mio. Euro. Da Muslime keine Kirchensteuer wie Christen zahlen, wird der Bau allein durch Spenden finanziert. „Geld war zwischenzeitlich schon ein Problem“, sagt Demir, „aber nun geht es vorwärts.“ Mehrere türkische Unternehmer aus Nordhessen hätten jetzt noch einmal für die Moschee gespendet. Nun peile der Verein an, dass der Innenausbau im Juni/Juli beendet und die Fassade bis zum Herbst verputzt ist. Dann soll die Moschee mit Kuppeldach und 30 Meter hohem Minarett endlich feierlich eröffnet werden.

Eröffnung wohl im Herbst

Auch wenn die Moschee voraussichtlich erst im Herbst eröffnet wird, so sind in den Anbau, der an die Mattenbergstraße grenzt, schon zwei Mieter eingezogen. Im Erdgeschoss hat am 1. Januar der Kasseler Versicherungsvertreter Ümit Yakis eine Niederlassung der Allianz eröffnet. Yakis ist selbst Mitglied des Vereins, war dort früher Vorbeter und hat sich um die Jugendarbeit gekümmert. In der oberen Etage hat er zusammen mit Alexandru Popescu eine Solarfirma eröffnet.

Eigentlich hätten hier Lehrräume und eine Bibliothek für die Gläubigen eingerichtet werden sollen. Der Verein vermiete jetzt aber lieber die Räume, um mit den Einnahmen den weiteren Bau der Moschee finanzieren zu können, sagt der Vorsitzende.

Bilder von den Bauarbeiten

Moschee am Mattenberg: Bilder von den Bauarbeiten

„Es ist nicht üblich, dass in einer Moschee Geschäftsräume vermietet werden“, sagt Mieter Popescu, der selbst Christ ist. Aber der Moscheeverein sei auf die Einnahmen angewiesen. Zudem handele es sich um Büroräume, in denen nur tagsüber ohne Lärmbelästigung gearbeitet werde, und nicht um einen Gemüsehandel, der den Betrieb der Moschee stören könnte, sagt Popescu.

Künstler bemalt Kuppel

Nebenan in der Moschee arbeiten derzeit die Handwerker. Die Waschräume für die Männer und Frauen im Untergeschoss sind bereits gefliest, die Decke sei zu 60 Prozent fertig. Im Untergeschoss wird gerade Granit verlegt. Dort soll ein Konferenzraum entstehen, sagt Demir. Besonders freut sich der Vorsitzende auf den Künstler, der ab der kommenden Woche die Kuppel bemalen soll. Mit arabischen Schriftzeichen, Blumen und Ornamenten.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

Rubriklistenbild: © Koch

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.