Die Uni Kassel hat sich in den vergangenen Jahrzehnten rasant entwickelt

40 Jahre Uni Kassel: Ein Motor für die Region

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Hinweisschilder: 1971 wurden die Hinweisschilder am AVZ angebracht.

Die Uni Kassel feiert in diesem Jahr ihren 40. Geburtstag. Von einst 2913 Studenten hat sie mit aktuell 20 600 Studenten einen Quantensprung erlebt. Anlässlich des Jubiläums blicken wir auf diesen beiden Seiten zurück.

Als Reformhochschule mit dem Namen Gesamthochschule Kassel (GhK) hat die heutige Universität 1971 ihren Betrieb aufgenommen. An der Uni sind aktuell über 20 000 Studenten eingeschrieben, denen ein breites Spektrum an Studien- und Weiterbildungsmöglichkeiten geboten wird.

Es reicht von den Geistes-, Human- und Sozialwissenschaften über die Technik- und Naturwissenschaften bis zu Musik und Bildender Kunst.

Im Rückblick war die Gründung das Beste, was Kassel je passieren konnte: Die Hochschule wirkt sich auf die Region in wirtschaftlicher Hinsicht heilsam aus. Ein Beispiel: Mit der Uni-Ausgründung des Solartechnikherstellers SMA wurden über 5000 Arbeitsplätze geschaffen.

Gründungsfeier

Bei der eher spartanisch wirkenden Gründungsfeier am 25. Oktober 1971 mit Kultusminister Ludwig von Friedeburg und Ministerpräsident Albert Osswald war eine solche Entwicklung nicht absehbar. Die Diskussion, in welche Richtung sich die Uni baulich entwickeln sollte, war gerade am Anfang. Jedenfalls wirkte der Name des Oberzwehrener Hochschulstandortes „Aufbau- und Verfügungszentrum“ - kurz AVZ - eher abschreckend.

Heute entwickelt sich die Uni in der Innenstadt am Holländischen Platz weiter. In den nächsten Jahren wird der erweiterte Campus Nord gebaut und der Standort in Oberzwehren aufgegeben.

Vor allem die Stadt Kassel und eine kleine Gruppe von Bürgern hatten hartnäckig an der Idee einer Hochschule festgehalten. Damit sollte das Bildungsangebot für die nordhessischen Schulabsolventen verbessert werden.

Die GhK gab sich reformbewegt und reformfreudig, was zu der Aufbruchsstimmung der 1970er-Jahre passte. Statusunterschiede zwischen Fachhochschule und Uni sollten abgebaut werden. In den gestuften Studiengängen, die damals integrierte hießen, studierten alle gemeinsam. Chancengleichheit und Emanzipation hießen die Zauberworte.

Das bildungspolitische Experiment wurde bald Gegenstand konservativer Kritik und der Ruf nach einer „richtigen“ Uni laut. Die Reformhochschule hat diesen Sturm überlebt und sich in den vergangenen 40 Jahren an manchen Punkten immer wieder selbst reformiert.

Aber sie steht mit ihrem Herzstück, den gestuften Studiengängen, nach wie vor an der Spitze der Bewegung: Unter dem Etikett Bachelor/Master praktiziert heute jede Hochschule in Europa genau dieses Modell aufeinander aufbauender Abschlüsse. (bea)

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