In Kassel fahnden die Stadtreiniger nach den Verursachern von Müllablagerungen

Müllberge an Abfallkörben

Sie sammeln täglich in der Dönche Müll: Weil sie der Abfall vor ihrer Haustür stört, säubern die Anwohner Gerd Morbitzer (links) und Nachbarn - hier mit ihren Hunden - selbst. Foto: Schachtschneider

Kassel. In der Landschaft abgelegter Müll ist überall in Stadt und Land an der Tagesordnung. Auch im Naturschutzgebiet Dönche. Vor allem Gerd und Sabine Morbitzer sowie weitere Dönche-Anwohner ärgert das besonders. Täglich sammeln sie auf ihren Spaziergängen mit ihren Hunden Müll ein.

„Es ist wirklich unappetitlich, was wir täglich vorfinden.“

Gerd Morbitzer, DÖNCHE-ANWOHNER

Leere Flaschen und Getränkeverpackungen lägen bergeweise neben den Sitzbänken, sagt Gerd Morbitzer: „Es ist wirklich unappetitlich, was wir täglich vorfinden.“ Er bemängelt, dass in der Dönche keine Abfallbehälter aufgestellt sind.

Die Erklärung liefert Theo Arend, der stellvertretende Leiter von Hessen-Forst, der im Auftrag des Landes Hessen für die Pflege der Dönche zuständig ist: „Wir haben die Abfallkörbe bewusst und systematisch zurückgebaut.“ Der Grund: „Die Menschen haben Sperrmüll und ganze Mülltonnen-Ladungen an den Abfallbehältern der Dönche abgeladen.“ Dieses Phänomen der wilden Müllablagerung werde deutlich gebremst, sobald es keine Müllbehälter mehr gibt, die dazu einlüden.

Die Erfahrung, dass in der Umgebung von Abfall- und Wertstoffcontainern besonders viel Müll wild abgelegt wird, machen auch Wolfgang Hebel und sein Putzmunter-Team der Stadtreiniger. Es ist eine Sisyphusarbeit für die Stadtreiniger: Der Parkplatz an der Holländischen Straße zwischen Westring und Mombachstraße beispielsweise ist einer der Orte, wo Unbekannte mindestens einmal die Woche einen Kühlschrank illegal abstellen. Stößt das Putzmunter-Team auf Müll, werde zunächst versucht, den Verursacher zu ermitteln, erklärt Hebel. Gelingt dies, etwa weil eine Adresse gefunden wird, komme er als Projektleiter ins Spiel. Er kontaktiere den Verursacher. Sofern es sich nicht um eine grobe Verunreinigung handelt, etwa durch Schadstoffe, müssen für die Entsorgung 32,50 Euro pro angefangenen halben Kubikmeter losen Abfall gezahlt werden. Das ist die Gebühr, die auch im Recyclinghof gezahlt werden müsste. Erst in letzter Konsequenz drohe ein Verfahren wegen einer Ordnungswidrigkeit.

Für die Entsorgung von Müll, der auf einem Privatgrundstück abgestellt wurde, muss der Eigentümer aufkommen, sagt Hebel.

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Von Christina Hein

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