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Müllgebühren: Kassel landet bei Ranking im Mittelfeld

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Von: Bastian Ludwig

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Hier wird der Kasseler Müll verbrannt: Ein Blick in das Müllheizkraftwerk. Die Stadtreiniger liefern den Müll zum Kraftwerk. Archivfoto: Andreas Fischer
Hier wird der Kasseler Müll verbrannt: Ein Blick in das Müllheizkraftwerk. Die Stadtreiniger liefern den Müll zum Kraftwerk. © Andreas Fischer

Die Abfallgebühren in der Stadt Kassel sind mittlerweile im deutschlandweiten Vergleich durchschnittlich. Und das sogar ziemlich genau: Bei einem Ranking der Hauseigentümergemeinschaft Haus & Grund landete Kassel im Vergleich der 100 größten Städte genau auf Platz 50.

Kassel - Bei der letzten Untersuchung vor drei Jahren hatte die nordhessische Großstadt noch auf Platz 79 gelegen – und gehörte somit zu den Städten mit eher hohen Gebühren.

Der Grund für das bessere Abschneiden ist aber nicht etwa eine Tarifsenkung, sondern eine ausbleibende Tariferhöhung. Im Gegensatz zu anderen Städten seien die Gebühren der Kasseler Stadtreiniger seit 2019 unverändert geblieben, sagt Wolfram Kieselbach, Vorsitzender von Haus & Grund Kassel. Dieser Umstand und eine kleine Korrektur bei der Berechnung der Vergleichswerte habe zu dem deutlich besseren Rang geführt. Angesichts der stetig steigenden Betriebskosten beim Wohnen sei diese Entwicklung positiv.

Die geringsten Abfallgebühren sind in Nürnberg fällig, gefolgt von Flensburg und Wolfsburg. So ist es in der Studie zu lesen, die das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln im Auftrag von Haus & Grund erstellt hat. Am meisten müssten die Menschen für die Entsorgung ihres Mülls in Leverkusen bezahlen. Dahinter folgen Trier und Bergisch Gladbach. Aus Sicht von Haus & Grund ist es ein Problem, dass die Menschen bislang wenig Vergleichsmöglichkeiten bei den Müllgebühren haben. Die Studie lege die bestehenden Unterschiede offen und soll durch die Gebührentransparenz für entsprechenden politischen Druck in den Städten für Senkungen sorgen.

Insgesamt waren die Gebühren in den 100 Großstädten seit 2019 um durchschnittlich acht Prozent auf 312 Euro jährlich gestiegen. In Kassel kostet der 14-tägige Vollservice für den angenommenen Musterhaushalt (Hintergrund) 307 Euro pro Jahr. Zum Vergleich: In Flensburg ist das vergleichbare Entsorgungsangebot mit 146 Euro sehr günstig und in Trier mit 495 Euro besonders teuer.

Die Stadtreiniger weisen darauf hin, dass Kasseler bei der Müllgebühr sparen können, wenn sie beispielsweise Biomüll konsequent trennten. Denn wer nur eine Restmülltonne mit 80 Litern Volumen nutze, zahle für diese 140 Euro statt 210 Euro (120 Liter) pro Jahr. Den Bioabfallbehälter mit 120 Liter Fassungsvermögen gebe es auch bei der 80-Liter-Restmülltonne kostenlos dazu. (Bastian Ludwig)

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