Lärmbelästigung, Kinder gefährdet

Anwohner im Quartier Salzmannshausen laufen Sturm: Angst vor 400 Mülllastern

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Anwohner im Quartier Salzmannshausen laufen Sturm: Angst vor 400 Mülllastern täglich

Bettenhausen. Es könnte der lauteste und gefährlichste Sommer für die Menschen in Salzmannshausen werden. Die Rede ist von bis zu 400 Mülllaster mit einem Gewicht von jeweils bis zu 42 Tonnen, die täglich durch die engen Straßen der Siedlung nahe der SMA-Zentrale rumpeln.

Grund: Auf der Straße Am Lossewerk – der einzigen Zufahrt für schwere Lkw zum Müllheizkraftwerk sowie zur Stadtreiniger-Zentrale – muss die nur wenige Meter lange Brücke über die Losse wegen Betonschäden saniert werden, „von Juni bis September“, sagt Stadtsprecher Ingo Happel-Emrich. Folge: Die Brücke muss für vier Monate komplett gesperrt werden.

Schon jetzt laufen Anwohner Sturm. Sie fürchten vor allem um die Sicherheit ihrer Kinder. „Jede Menge gibt es davon in Salzmannshausen“, sagt Anwohner Christoph Dabrunz. Zwischen Rauschenberger Straße und Salzmannstraße – genau hier prüft die Stadt derzeit die Umleitung für die Mülllaster – befindet sich ein Kinderspielplatz, der nicht zuletzt auch von den U3-Kindern der benachbarten Krippe „Die Räuber“ frequentiert wird.

„Wir haben hier über 40 Kinder in vier Gruppen“, sagt Leiter Tobias Räuber. Regelmäßig würden im Quartier Spaziergänge unternommen und der Kinderspielplatz besucht. „Wir sind nicht gerade erfreut über diese Pläne“, sagt Räuber. Da nütze es auch nichts, dass ein Teil der Brückenbauarbeiten in die Sommerferien fiele. „Zwar ist es gut gemeint, dann zu bauen, wenn die Leute in den Urlaub fahren“, sagt Dabrunz. Doch sehe die Realität in Salzmannshausen anders aus.

„Die Leute hier schwimmen nicht im Geld und bleiben während der Sommerferien oft zu Hause“, sagt der Anwohner. In keiner Zeit seien im Viertel so viele Kinder draußen auf der Straße wie in den Sommerferien. Tatsächlich prüft die Stadt derzeit, die Müllfahrzeuge ab Sandershäuser Straße über die schmale Rauschenberger Straße (als Einbahn) und über die Ellenbacher Straße zum Müllheizkraftwerk zu leiten.

Zurück müssen die Lkw die ebenfalls schmale Salzmannstraße (wieder als Einbahn) befahren, um Begegnungsverkehr auf der Rauschenberger Straße zu vermeiden. „Autos dürften dann nur noch eingeschränkt in den betroffenen Straßen parken“, sagt Happel-Emrich, das Durchfahrtsverbot für Laster über 3,5 Tonnen werde kurzfristig aufgehoben.

„Alternative Routen sind deutlich teurer“, sagt Happel-Emrich. Eine Behelfsbrücke direkt neben der Baustellewerde geprüft. Ebenfalls eine Umleitung über den asphaltierten Radweg ab der Königinhof Straße über die Losse hin zum Müllheizkraftwerk. Hier gibt es eine zweite Brücke, sie ist für Lkw jedoch nicht ausgelegt. Auch hier müsste für viel Geld eine Behelfsbrücke her. Doch ist die Haushaltslage der Stadt bekanntlich sehr angespannt.

Von Boris Naumann

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