Schaltbau AG in der Krise

Münchner Bode-Mutter erleidet einen hohen Verlust

Helmut Meyer

Kassel/München. Die kriselnde Münchner Schaltbau-Gruppe, zu der auch der Kasseler Bahn-, Bus- und Transporter-Türenbauer Bode gehört, macht bilanziell reinen Tisch.

Wie das Unternehmen jetzt mitteilte, hat es im vergangenen Jahr bei einem Umsatz von 509 Millionen Euro nach vorläufigen Zahlen einen Verlust von 15 bis 17 Mio. Euro erlitten. Nach der jüngsten, mehrfach nach unten korrigierten Prognose war zuletzt ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 10,2 Mio. Euro erwartet worden. Die erste Prognose aus dem Frühjahr ging sogar von 41,5 Mio. Euro aus. Für das laufende Jahr erwartet der Vorstand um dessen neuen Sprecher Helmut Meyer einen Umsatz von 520 bis 540 (ehemals 550) Mio. sowie ein Ebit von 16 bis 21,6 Mio. Euro.

Helmut Meyer

Als Gründe für für den hohen Verlust nennt das Management Wertberichtigungen wegen Verlustrückstellungen in Höhe von 14 Mio. Euro im Zusammenhang mit einer erneuten Verzögerung eines großen Bahnsteigtüren-Projekts in Brasilien. Für zwei Projekte mit Bahnübergangstechnik in Ägypten und Dänemark wurden Wertberichtigungen von 7,5 Mio. Euro vorgenommen, die Konsolidierung von ausländischen Töchtern belasten mit weiteren drei Mio. Euro.

Wie berichtet, hatte der langjährige Vorstandssprecher und größte Aktionär der Schaltbau AG, Jürgen Cammann, sein Mandat nach einem internen Machtkampf im November niedergelegt. Auch andere Manager mussten ihre Posten räumen.

Welche Auswirkungen die aktuelle Entwicklung auf den Standort Kassel mit seinen 680 Beschäftigten haben wird, ist unklar. Ein Unternehmenssprecher erklärte, dass an allen Standorten Sparpotenziale gehoben würden, konkrete Angaben machte er aber nicht. An manchen Standorten habe man sich von Zeitarbeitern und Beschäftigten mit befristeten Verträgen getrennt.

Bode in Kassel ist das weltweite Kompetenz-, Entwicklungs- und Produktionszentrum für Bahn-, Bus- und Transportertüren.

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