In der Justizvollzugsanstalt Wehlheiden

Brisanter Fund: Munition in Kasseler Gefängnistoilette

Gefängnis höchster Sicherheistsstufe: Ein Blick in die langen Gänge der JVA Kassel I. Archivfoto: Dieter Schachtneider/NH
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Gefängnis höchster Sicherheistsstufe: Ein Blick in die langen Gänge der JVA Kassel I. Archivfoto: Dieter Schachtneider/NH

In der Justizvollzugsanstalt Kassel I in Wehlheiden ist es zu einem brisanten Fund gekommen. Bei Arbeiten an einer defekten Gefangenentoilette sind 34 Patronen entdeckt worden.

Kassel - 34 Patronen auf einer Gefangenentoilette in der Justizvollzugsanstalt Kassel I in Wehlheiden - diesen brisanten Fund bestätigte Michael Achtert, der Sprecher des Hessischen Justizministeriums, auf eine entsprechende Anfrage unserer Zeitung nach einem Hinweis, dass angeblich 36 schussfähige Patronen gefunden worden seien.

Die zufällige Entdeckung in der Gefangenentoilette zog Anfang der Woche eine Durchsuchungsaktion nach sich, bei der laut Achtert die Sicherheitsgruppe Vollzug, elf Diensthundeführer mit ihren Spürhunden und Kräfte der Justizvollzugsanstalt im Einsatz waren. Die Rede ist davon, dass alles auf links gedreht worden sei.

Weitere Informationen gab es vom Justizministerium zu dem Fall nicht – mit dem Hinweis darauf, dass die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen seien. Heißt: Es ist noch nicht klar, wie die Munition in das Gefängnis gekommen und wer dafür verantwortlich ist.

Nach Informationen unserer Zeitung soll es bei den massiven Durchsuchungen in Folge des Patronenfundes keine größeren Auffälligkeiten mehr gegeben haben. Insbesondere sollen keine weiteren brisanten Dinge mehr gefunden worden sein.

Allerdings wird die Entdeckung der Patronen von Experten als äußerst ungewöhnlich bezeichnet. Ein vergleichbarer Fall in der Justizvollzugsanstalt in Wehlheiden ist nicht bekannt. Es ist zwar schon mal vorgekommen, dass andere Sachen in das Gefängnis geschmuggelt worden sind. 2019 zum Beispiel sorgte ein Fall für Aufsehen, als ein Mitarbeiter der JVA zusammen mit einem Inhaftierten und einem Ex-Gefangenen mit Drogen und Mobiltelefonen im Gefängnis gehandelt haben sollen. Aber Munition? Das ist neu.

Die JVA Kassel I in Wehlheiden ist eine Justizvollzugsanstalt höchster Sicherheitsstufe und zuständig für die Vollstreckung von Freiheitsstrafen, die gegen männliche Erwachsene ausgesprochen worden sind. Außerdem sind dort jene männlichen Erwachsenen für den Vollzug der Untersuchungshaft untergebracht. Derzeit wird die Anstalt grundsaniert. Künftig soll es dort 400 Haftplätze geben – rund 100 weniger als zuletzt.

Darüber hinaus stehen weitere Haftplätze für Patienten im angegliederten Zentralkrankenhaus zur Verfügung. Hier werden sowohl männliche als auch weibliche Gefangene aus ganz Hessen betreut. In der JVA arbeiten etwas mehr als 300 Menschen. (Florian Hagemann)

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