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Murmelsportler vom KSV Auedamm veranstalten Turnier beim Zissel

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Von: Amir Selim

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Fokussierter Wettkampf: Helga Eichbaum (links) im Duell mit Martha Bähre beim Training der Murmler vom KSV Auedamm.
Fokussierter Wettkampf: Helga Eichbaum (links) im Duell mit Martha Bähre beim Training der Murmler vom KSV Auedamm. © Amir Selim

Beim ersten Zissel seit Beginn der Pandemie wird es ein Murmelturnier geben. Dieses veranstalten die Murmler des KSV Auedamm. Zu gewinnen gibt es gleich mehrere Pokale.

Kassel – Eine Murmel in die Hand nehmen, sich kurz nach vorne beugen und konzentriert versuchen, das Loch zu treffen. So beginnt der Wettkampf beim Murmelsport. Diesen betreiben einige Mitglieder des KSV Auedamm. Am Sonntag, 31. Juli, veranstalten die Murmler nun erstmals ein Turnier.

Das findet während des Zissels statt. Das sei schon vor einigen Jahren geplant gewesen. „Wegen Corona war das bisher nicht möglich, da der Zissel ausgefallen ist“, sagt Stephan Heidelbach, Vorsitzender der Murmelabteilung. Das Turnier findet auf dem Vereinsgelände des Vereins, Auedamm 17, statt.

Der Murmelsport

Ein Vorteil des Murmelsports: Er ist für Jung und Alt geeignet. „Ab zehn Jahren kann man mitspielen“, sagt Heidelbach. Nach oben ist die Grenze offen. „Bis man sich nicht mehr bücken kann“, sagt der Vorsitzende mit einem Augenzwinkern. Ohnehin stehe beim Murmeln die Geselligkeit im Fokus. Wer nicht gerade spielt, dürfe sich gerne ein Getränk nehmen. Entscheidend beim Murmelsport ist der letzte Wurf: „Alles andere ist wurscht“, sagt Heidelbach.

Der Verein

Seit 2019 gibt es den Murmelsport beim KSV Auedamm. Viele der Spieler waren vorher bei anderen Abteilungen des Vereins aktiv. Ein Großteil beim Tischtennis. Andere kennen das Murmeln aus der Kindheit. Auf die Sportart kamen sie eher zufällig. Die Großmutter eines Vorstandsmitglieds hatte ihre Tischmurmeln zur Weihnachtsfeier mitgebracht, sagt Heidelbach. Damit haben sie dann gespielt und viel Spaß gehabt. Also hat sich Heidelbach online über den Sport informiert. Zum Spielen brauchten sie noch Murmelbahnen. „Wir haben zwei Plätze vor drei Jahren in Eigenregie gebaut“, sagt Heidelbach. 3000 bis 4000 Euro haben sie dafür investiert. Etwas ärgerlich: Hätten sie drei Bahnen gebaut, könnten sie die Deutsche Meisterschaft ausrichten. Das sind die Regularien.

25 Spielerinnen und Spieler gebe es im Verein, sagt Heidelbach, vom pensionierten Polizisten bis zum Taxifahrer sei alles dabei. 8 bis 16 Spieler seien regelmäßig beim Training, das donnerstags um 18 Uhr beginnt. „Länger als zwei Stunden spielen wir nicht“, sagt die Spielerin Martha Bähre. Es kommen auch immer mal neue Leute dazu, die an der Aue spazieren gehen und die Murmler entdecken. Obwohl sie noch vergleichsweise neu im Sport sind, konnten sie schon ein paar Erfolge feiern. Bei einem Turnier in Frankfurt im Frühjahr erreichten sie den dritten Platz. Bei den Deutschen Meisterschaften, die am 16. Juli in Kirchen an der Sieg (Nordrhein-Westfalen) stattfanden, sorgten sie für eine Überraschung: Bei der ersten Teilnahme wurden sie Dritter.

Die Spieler

Eine der Spielerinnen ist Helga Eichbaum, 75. Sie habe über die Jahre viele Sportarten ausgeübt. Sie habe vor zwei Jahren angefangen. Jetzt mache ihr der Murmelsport viel Spaß. „Ich freue mich die ganze Woche darauf“, sagt sie. Von Beginn an dabei ist Wolfgang Ravior. Er sei lange Skiläufer gewesen. „Jetzt mache ich nichts mehr außer Murmeln“, sagt der 75-Jährige. Es seien viele von früher dabei. „Es ist ein Spaß und ein kleiner Ausgleich“, erklärt er, „Bewegung, Geschicklichkeit, Konzentration und ein bisschen Glück“, das mache das Murmeln aus.

Das Turnier

Teilnehmen kann jeder, die Startgebühr beträgt pro Team zehn Euro. Nach einer Gruppenphase spielen die restlichen Teams im K.o.-System um einen Wanderpokal, den der Oberbürgermeister gestiftet hat, berichtet Heidelbach. Weitere Pokale gibt es für die Zweit- und Drittplatzierten. Bis zu 16 Teams können an dem Turnier teilnehmen.

Anmeldung: unter der Telefonnummer Tel. 0561/71699 oder per E-Mail an geschaeftsstelle@ksvauedamm.de (Amir Selim)

Die Murmelsportregeln

Beim Murmelsport bestehen die Mannschaften aus vier Spielern. Im Einzelduell werfen zwei Spieler abwechselnd drei Murmeln auf einer Bahn auf das Loch. Wer mit seinen Murmeln am nächsten am Loch ist oder schon getroffen hat, darf den zweiten Abschnitt beginnen. Dann gilt es, die restlichen Murmeln einzulochen. Schafft es ein Spieler nicht, die Kugel ins Loch zu spielen, ist sein Gegner wieder dran. Gewinner ist der Spieler, der die letzte Kugel ins Loch spielt.
Der Sieger bekommt jeweils einen Punkt. Das Team, das zuerst neun Punkte erreicht, gewinnt das Spiel. Das Spiel sei einfach zu lernen. „Zehn Minuten, dann hat man es verstanden“, sagt der Vorsitzende Stephan Heidelbach. (ams)

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