80.000 Besucher in Kassel

Museumsnacht: Neugierig auf die Grimmwelt am Weinberg

Märchenhaftes Schauspiel: Das Grimm-Märchen „Der gestiefelte Kater“ wurde als Schattenspiel auf die Fassade des neuen Gebäudes auf dem Weinberg projiziert. Foto: Zgoll

Kassel. Anziehungspunkt Grimm: Viele Menschen nutzten die Museumsnacht, um sich mit allen Sinnen auf die Grimmwelt einzustimmen. Das neue Haus auf dem Weinberg, das nächstes Jahr eröffnet werden soll, entfaltet bereits als Rohbau an der Weinbergstraße seine imposanten Dimensionen.

Samstagnacht gab es hier eine Premiere: Zum ersten Mal konnten die Gäste auf der Baustelle Kunst, Kultur und Kulinarisches genießen. Der Puppenspieler Vagantei Erhardt ließ zu später Stunde auf der Fassade der Grimmwelt das Märchen „Der gestiefelte Kater“ als Schattenspiel lebendig werden.

Abschied 

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Zur Museumsnacht zogen wieder zigtausend Gäste durch Kassel

Zur gleichen Zeit wurde einige Hundert Meter davon entfernt, im Grimm-Museum an der Schönen Aussicht, fulminant Abschied gefeiert. Das Museum im Palais Bellevue wird im Oktober für immer seine Tore schließen. Bis spät in die Nacht strömten die Besucher herbei und tauchten noch einmal ein in die hier präsentierte Welt der Brüder Grimm, ließen sich auf dem Königsthron fotografieren, bestaunten die aktuellen Ausstellungen, informierten sich über die Grimmwelt-Baustelle und machten es sich im Garten des Palais gemütlich, wo man sich bei Ahler Wurscht und Jazz der „Urban Swing Workers“ verabschiedete.

Auf dem Weinberg sorgte der Lions-Club Brüder Grimm mit dem Koch-Club Kassel mit Kartoffelsuppe, Grüner Soße und mehr fürs leibliche Wohl. „An so einem Abend bekommt man Lust auf das, was hier in Sachen Grimm auf dem Weinberg entsteht“, sagte Wolfgang Schneider (65) aus Kassel. Er war mit Freunden gekommen und hatte sich bei der Gelegenheit gleich die Ausstellung „Lichte Wege“ angeschaut, die den Weinberg - Samstag zum letzten Mal - mit Lichtkunstwerken in ein märchenhaftes Licht gesetzt hatte.

80.000 flanierten - die Museumsnacht in Zahlen

Auch in diesem Jahr hat die Kasseler Museumsnacht wieder Besucher aus der gesamten Region angezogen. Wir spiegeln die Veranstaltung, die seit 1999 eine feste Größe in der Stadt ist, in Zahlen wider.

44 Standorte, von der Caricatura bis zur Löwenburg, von den Galerien am Weinberg bis zum Kunsttempel an der Stadthalle, hatten Samstagnacht ihre Pforten geöffnet.

160 Führungen  gab es zur Museumsnacht. So führte beispielsweise Museumsvolontärin Carolin Wellmann durch die Ausstellung „Tiere der Sintflut“ im Naturkundemuseum, und Angela Makowski gab den Besuchern in der documenta-Halle Erläuterungen zu den präsentierten Beständen (400 Werke) der Artothek.

370 Einzelveranstaltungen  lockten die Besucher und boten ein breites Spektrum an Kulturgenuss in der Museumsnacht.

600 Menschen  arbeiteten in der Nacht in den Museen, Galerien und Kultureinrichtungen. Vom Museumsleiter über das Fördervereinsmitglied, Aufsichtspersonal bis hin zur Volontärin. Hinzu kommen Hunderte Künstler, die in der Nacht an verschiedenen Orten und unter freiem Himmel aufgetreten sind.

100.000 Besucher  hatten die Veranstalter zur Museumsnacht wieder erwartet. Es kamen aber schätzungsweise 20.000 weniger. Gezählt werden die Besuche in jedem Haus. In die Bilanz der Stadt geht außerdem der Kombi-Ticketverkauf ein.

Von Christina Hein

Impressionen der Museumsnacht

Impressionen von der Kasseler Museumsnacht 2014

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