Kasseler Firma Ton Direkt

Heute ist Museumsnacht: Sie erleuchten die Schauplätze

Ein Tempel - viele Stimmungen: Die Firma Ton Direkt hat den Pavillon schon 2009 farbig beleuchtet.

Kassel. Ein besonderer Hingucker bei der Museumsnacht wird heute der Frühstückspavillon hinter der Neuen Galerie sein. Ab dem Einbruch der Dunkelheit wird er im Wortsinn ständig in einem anderen Licht erscheinen. In Szene setzt den klassizistischen Tempel die Kasseler Firma Ton Direkt.

48 LED-Scheinwerfer werfen wechselnde Farben auf den Pavillon, den Kurfürst Wilhelm I. Anfang des 19. Jahrhunderts bauen ließ.

Weitere 100 Scheinwerfer bauen die Veranstaltungstechniker - neben anderen von der Stadt engagierten Firmen wie Kunstlicht und Auditiv - an zehn Museumsstandorten auf, die in Blau, Gelb und Weiß die Besucher anziehen sollen: darunter Fridericianum, Schloss Wilhelmshöhe und Orangerie. Zur Pflicht wollte Geschäftsführer Sebastian Schulze-von Hanxleden aber noch die Kür: Schon 2009 hatte er mit seinem Team den schmucken Pavillon erstrahlen lassen. Und weil er vom Ergebnis selbst so angetan war, hat er die Beleuchtung des Pavillons der Stadt als Zugabe zur Museumsnacht geschenkt.

Service

Eine Übersicht über die Museumsnacht und viele Tipps und Anregungen für Besucher finden Sie hier.

Das Engagement in der Region - Ton Direkt beleuchtet auch die Wasserspiele und beschallt den Weihnachtsmarkt – ist dem gebürtigen Kasseler wichtig. Dabei könnte der 42-jährige Unternehmer die Heimat auch getrost links liegen lassen: Seine Firma, die 1991 als studentischer Nebenverdienst begann, ist international gut im Geschäft und macht zwei Mio. Euro Umsatz im Jahr.

Knipsen zur Museumsnacht ein stimmungsvolles Licht an: Julian Burhenne, Geschäftsführer Sebastian Schulze-von Hanxleden und Azubi Florian Bantel von der Kasseler Firma Ton Direkt beleuchten den Frühstückspavillon am Weinberg.

Von São Paulo bis Singapur sorgen er und sein Team inzwischen neben dem Ton auch für Licht und Medientechnik bei Motorsport-Events, Fachkongressen und Vorstandssitzungen oder Produktvorstellungen von großen Unternehmen. Sebastian Vettel, Ralf Schumacher, Gerhard Schröder und Hans-Dietrich Genscher haben schon in die Mikros der Kasseler Veranstaltungstechniker gesprochen. Dabei versteht der Ton-Direkt-Chef längst nicht nur alles, was einen Stecker hat, als seine Aufgabe. Er entwickelt mit den Auftraggebern auch ein Gesamtkonzept für die Veranstaltung: Von der Notausgangsplanung angefangen über Bühnengestaltung und Bestuhlung bis zu aufwendigen Videoprojektionen.

Um auch ausgefallene Wünsche erfüllen zu können, gibt es in den Firmenräumen von Ton Direkt an der Waitzstraße in Waldau eine eigene Schreinerei, eine Elektrowerkstatt und eine Schlosserei. 14 Mitarbeiter – darunter sieben Auszubildende – sind bei Ton Direkt beschäftigt. Eine gute Größe, findet Schulze-von Hanxleden, um kurze Wege für schnelle Absprachen zu haben. „Was bringt ein großer Mitarbeiterstab, wenn keiner weiß, was der andere macht?“

Um alle 300 Aufträge pro Jahr zu bewältigen, greift die Firma zudem auf einen Pool von Freiberuflern zurück. 300 Veranstaltungen bedeutet trotz aller Routine 300-mal Nervenkitzel, sagt der Geschäftsführer. Denn die Erwartung ist, dass alles reibungslos klappt. „Dafür gibt es immer nur eine Chance.“

Von Katja Rudolph

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