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Augen auf und Staunen: Alle Infos zur Kasseler Museumsnacht 2018

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Freut sich auf die Kasseler Museumsnacht am 1. September 2018 und lädt ins Schloss Wilhelmshöhe ein: MHK-Chef Prof. Dr. Martin Eberle (im Bild) vor dem Schloss.

Kassel. Am 1. September findet die Museumsnacht Kassel 2018 statt. Wir geben die wichtigsten Infos zu Anfahrt, Museen, Ausstellungen und Geheimtipps.

Nach der traditionellen Pause im documenta-Jahr findet die Kasseler Museumsnacht in diesem Jahr am Samstag wieder statt. Mehr als 40 Museen und Kultureinrichtungen laden unter dem Motto „Augen auf!“ zu einem Besuch ein. Sie bieten mit Ausstellungen, Führungen, Lesungen, Filmen, Performances und Mitmachaktionen für Kinder sowie Kunstprojekten im Stadtraum und Musik im Freien einen kulturellen Marathon.

Ob Klassiker, Neulinge oder Rückkehrer, sie alle bieten zur Kasseler Museumsnacht ein ganz besonderes Programm. Einige von ihnen haben wir uns für Sie schon ein bisschen näher angeschaut. Warum es sich lohnt, zum Beispiel das sanierte Hessische Landesmuseum zu besuchen, das erstmals seit zehn Jahren wieder dabei, oder das Foto-Motel, das bei der Museumsnacht zum ersten Mal seine Türen öffnet, lesen Sie hier.

Der Klassiker: Schloss und Bergpark Wilhelmshöhe

Schloss und Bergpark Wilhelmshöhe zählen zu den Klassikern bei der Kasseler Museumsnacht und locken alljährlich Tausende Besucher unter anderen mit Führungen und Illuminationen. Das Besondere: „Nur zur Museumsnacht kann man den Weißensteinflügel in Mondscheinbeleuchtung erleben und bis Mitternacht eine kleine Zeitreise in ein fürstliches Schloss im frühen 19. Jahrhundert unternehmen“, sagt Martin Eberle, der Direktor der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK). Publikumsmagnet seien natürlich auch die beleuchteten Wasserspiele, die letztmalig in diesem Jahr auf die Wilhelmshöhe lockten, so MHK-Chef Eberle.

Der Rückkehrer: Hessisches Landesmuseum

Lädt wieder zur Museumsnacht ein: Das Hessische Landesmuseum.

Vor zehn Jahren zuletzt bei der Museumsnacht dabei, bietet das Hessische Landesmuseum im Jahr 2018 ganz andere Eindrücke: umgebaut, restauriert, neu eingerichtet und mit dem Angebot, einen Rundgang durch 300.000 Jahre (nord-)hessischer Geschichte zu unternehmen.

Frühere Lebenswelten können die Besucher dort etwa mit einem Blick in die Schichten eines Brunnens (Vor- und Frühgeschichte) und auf die Hinterlassenschaften unserer Vorfahren in Ebene 1 erkunden.

Die Schatzkammer der hessischen Landesfürsten präsentiert auf Ebene 2 kostbare Preziosen. Dazu gehören Kunstkammerstücke des 16. und 17. Jahrhunderts sowie vergoldete Silberobjekte aus der ehemaligen Silberkammer.

Auf Ebene 3 des Hessischen Landesmuseums wird der Wandel der Lebensbedingungen über Jahrzehnte nachgezeichnet. Er offenbart sich in einer Fülle beeindruckender Objekte, unter denen mancher Besucher alte Bekannte entdecken dürfte, beispielsweise Nierentisch und Cocktailsessel der 50er-Jahre oder das orange Wählscheibentelefon der 70er.

Wer Kassel aus einem anderen Blickwinkel erleben möchte, kann das bei einer Turmbesteigung tun. Zu einer kleinen Ruhepause lädt die Sektbar von 17 Uhr bis 1 Uhr im Antikensaal ein. Dort werden erstmals in der Museumsnacht anregende Sekt-Spezialitäten angeboten.

Das Kinderparadies: Naturkundemuseum

Freut sich auf die Kasseler Museumsnacht am 1. September 2018 und lädt ins Naturkundemuseum ein: Museumsleiter Dr. Kai Füldner verweist dabei besonders auf die Sonderausstellung "Ausgesummt - Das Insektensterben und seine Folgen".

Hier kommen vor allem auch die Kinder auf ihre Kosten: Das Naturkundemuseum im Ottoneum ist nicht nur eine Station beim Forscherspiel, der Museumsrallye für die jüngsten Besucher. Dabei bekommen sie einen Auftrag, der sie mit Fragen durch das Museum leitet; die Antworten sind dabei durch kluges Kombinieren herauszufinden.

Nein, im Naturkundemuseum können sich Kinder zum Beispiel auch Insektentatoos – nun ja – stechen und T-Shirts bedrucken lassen. Dazu passt irgendwie auch die aktuelle Sonderausstellung „Ausgesummt“, die sich mit dem Insektensterben und den Folgen befasst.

„Mehr am Zeitgeist kann man eigentlich nicht sein“, sagt Museumsleiter Dr. Kai Füldner, der sich auf möglichst viele kleine und große Besucher freut. Ihnen allen soll vor allem eines nahegebracht werden: der Sinn für Natur.

Der Publikumsmagnet: Orangerie

Freut sich auf die Kasseler Museumsnacht am 1. September 2018 und lädt in die Orangerie/ Astronomisch-Physikalisches Kabinett ein: Monika Hahn präsentiert eines der Fernrohre, hier das Achromatische Linsenfernrohr.

Die astronomischen Messinstrumente und Uhren aus der Sternwarte Landgraf Wilhelms IV. gehören zu den ältesten Sammlungsbeständen der Museumslandschaft Hessen Kassel. Sie werden neben herausragenden Forscherpersönlichkeiten und Förderern der Wissenschaften unter den hessischen Landgrafen und anderen Zeugnissen des technischen Fortschritts im Astronomisch-Physikalischen Kabinett in der Orangerie präsentiert.

In den fünf Ausstellungsbereichen Astronomie, Uhren, Geodäsie, Physik und Mathematik/Informationstechnik können die Besucher die ganze Bandbreite der entstehenden messenden Naturwissenschaften von der Spätrenaissance bis zum Vorabend der industriellen Revolution erkunden. Die Rekonstruktion einer historischen Sternwarte und der Besuch im Planetarium versprechen ein besonderes Erlebnis und sind ein Publikumsmagnet.

Das Besondere: Film-Shop

Film ab: Simone und Ralf Stadler vom Videothekmuseum in der Erzbergstraße.

Erst gestern Abend ist das Videothekenmuseum im Film-Shop eröffnet worden. Während der Museumsnacht zeigt die „weltälteste Videothek“ in der Erzbergstraße auch ihre besten Stücke – und noch dazu Filme. Angesammelt haben sich laut Ralf Stadler vom Verein Randfilm jede Menge Super-8-Streifen. Da gilt noch mal mehr das Motto der Museumsnacht: „Augen auf!“

Anfahrt zur Kasseler Museumsnacht 2018

Öffentlicher Nahverkehr

Damit die Besucher der Museumsnacht von A nach B kommen, wird der Linienverkehr durch zusätzliche Trams, Busse, RT’s und Regionalzüge ergänzt. Der Sonderverkehr verstärkt unter anderem die Verbindung zwischen Innenstadt und Wilhelmshöhe durch einen dichteren Linientakt und den Einsatz der „Linie 1E“. Nach 1 Uhr nachts übernehmen die Trams und Busse der Nachtschwärmer-Linien den Betrieb und bringen die Besucher nach Hause.

Alle Fahrverbindungen inklusive Sonderfahrten sind auch in der NVV-App abrufbar, die mit der Museumsnacht-App gekoppelt ist. Beide Apps sind kostenfrei und sowohl für Android-Geräte als auch für Apple-Geräte in den App-Stores verfügbar.

Individuelle Fahrinformationen erhalten Sie bis 2.30 Uhr beim NVV-ServiceTelefon 0800/939-0800 (gebührenfrei) oder auf online unter www.nvv.de/museumsnacht und www.kvg.de.

Anfahrt mit dem Auto

Wer mit dem Auto kommen möchte, sollte am besten einen der großen Park & Ride-Plätze wie „Auestadion“ nutzen. Die Parkplätze „Schloss Wilhelmshöhe“ (Endstation Linie 1) und „Besucherzentrum Herkules“ sind in der Museumsnacht ab 13 Uhr kostenpflichtig.

Menschen mit Behinderung

Um Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen den Besuch des Museums Schloss Wilhelmshöhe und der Beleuchteten Wasserspiele in der Museumsnacht zu ermöglichen, wird ein Kleinbus-Shuttle zwischen „Parkplatz Schloss Wilhelmshöhe“ an der Endhaltestelle Linie 1 und dem Schloss Wilhelmshöhe eingerichtet. Er pendelt etwa alle fünf bis zehn Minuten.

Die erste Fahrt ab Parkplatz Wilhelmshöhe Park findet um 16 Uhr statt, die letzte ab Schloss Wilhelmshöhe um 1 Uhr. Die Wasserspiele beginnen gegen 20.45 Uhr und enden gegen 22 Uhr.

Oldtimer-Shuttle

Erstmalig werden Oldtimer die Gäste der Kasseler Museumsnacht zwischen 18 und 22 Uhr zu den verschiedenen Standorten kutschieren. Unter dem Titel „Rollende Raritäten“ bieten Oldtimerbesitzer in Kooperation mit dem Ortsclub des ADAC diesen Service an. „Für Besucher ist das eine einmalige Chance, in historischen Autos mitzufahren“, sagte Kulturdezernentin Susanne Völker. 

Circa 20 Fahrer werden die Standorte Naturkundemuseum, Kulturbahnhof, Technikmuseum, Stadthalle, Philosophenweg und Brüder-Grimm-Platz anfahren. Auf dem Weg erzählen die Besitzer gern etwas über die Geschichte ihres Oldtimers. Zu den klassischen Liebhaberstücken zählt auch ein Feuerwehrwagen. Die Fahrten sind kostenlos.

Klassiker: Kulturdezernentin Susanne Völker (links) und ADAC-Vorstandsmitglied Gisela Warminsky saßen im Riley von Rainer Giel (links) schon einmal Probe. Auch Lothar Brobach als 1. Vorsitzender des Kurhessischen Motorsports war begeistert von dem klassischen Liebhaberstück

Geheimtipps zur Kasseler Museumsnacht 2018

Rothenditmold ist nicht gerade das Zentrum der Kasseler Museumslandschaft. Der Ausflug lohnt sich aber. Zum Beispiel zum Henschelmuseum, wo auf dem Hof vor dem Eingang fünf Oldtimer-Lkw mit dem charakteristischen Stern vorfahren werden. Und natürlich auch nebenan zum Technikmuseum, wo von der ersten Henschel-Lok bis zu historischen Straßenbahnen Schienentechnik aus mehreren Jahrhunderten zu sehen ist.

Eine Premiere feiert das Museum der Fuldaschifffahrt am Kasseler Hafen. Das ist erstmals bei einer Museumsnacht dabei, obwohl es nach der Sanierung des alten Speichergebäudes noch gar nicht wieder für Publikum freigegeben wurde. Dafür gibt es direkt am Hafenbecken eine Präsentation. Unter anderem ist ein Modell des legendären Fuldadampfers Elsa zu sehen. Die KVG setzt eine Sonderbuslinie ein. Mit der E10 kommt man bequem zum Hafen.

Eintrittskarte zur Museumsnacht 

Das Museumsnachtticket für neun Euro ist Eintrittskarte und Fahrkarte in einem. Es berechtigt zum Besuch aller beteiligten Museen und Kultureinrichtungen sowie zur Fahrt mit Bussen, Trams, RegioTrams, RB und RE im gesamten NVV-Gebiet von 13 Uhr bis zum Betriebsschluss. Es gilt für einen Erwachsenen und bis zu drei Kinder unter zwölf Jahren.

Mehr Infos gibt es auch unter www.museumsnacht.de.

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