Spenden werden noch gebraucht, damit im September das Stück „Vodar Eiland“ Premiere feiern kann

Ein Musical mit ganz viel Herzblut

Das Produktionsteam: Anett Krumbei (von links), Christian Köhn, Anna Smitderk, Philipp Rosendahl und Svenja Schröder. Foto: Konrad

Kassel. Anfang September soll in der Turnhalle der Nachrichtenmeisterei das Musical „Vodar Eiland“ aufgeführt werden. Es ist das erste eigene Musical des Vereins Studio Lev Kassel. Der Verein ist aus der Kunsthochschule hervorgegangen. Das Team um Produzentin Svenja Schröder produziert seit 2009 Musicals mit Jugendlichen.

Um alle Kosten für das Musical decken zu können, braucht der Verein 45 000 Euro. Das Geld soll über die regionale UNIKAT Crowdfunding-Plattform akquiriert werden.

Das Stück ist aus einer Workshopreihe heraus entstanden und war ein Experiment. Vom Ergebnis ist das Produktionsteam begeistert. „Unsere Erwartungen sind übertroffen worden“, sagt Schröder. 30 Liedfragmente und unzählige Ansätze für Dialoge hat Regisseur Philipp Rosendahl in ein Konzept gegossen. „Das Stück ist aus einer großen Kommunikation heraus entstanden, mit Menschen, die nichts mit Musical und Theater zu tun haben“, sagt er.

Die verschiedenen Sprachen und Ansichten spiegeln sich in der Geschichte um Oberkommunikator Winston und sein Volk wider. Sie leben auf Vodar Eiland, einer Insel vor Paris. Seit der Rebellion gegen die Sprache wird dort nur noch mündlich kommuniziert. Agathe, die Tochter des Herrschers, ist jedoch stumm. Winston kommt das gelegen, er setzt sie als Galionsfigur für sein System ein.

Im Laufe des Stücks entdeckt Agathe jedoch, dass sie eine eigene Sprache hat und begibt sich auf die Suche nach einer neuen Wahrheit. „Ich habe das Gefühl, dass das Stück berührt, ohne trivial zu sein“, sagt Christian Köhn, der musikalische Leiter.

Acht Komponisten haben die Musik geschrieben. Auf der Bühne setzen acht Darsteller im Alter von 15 bis 25 Jahren die Geschichte um. Unter ihnen sind Schüler und Studenten wie auch ausgebildete Schauspieler. Es sei kein typisches Musical, Musical-Klischees würden auf ironische Weise bedient, sagt Köhn. Die Musik diene als Verstärker für die Innenwelt der Figuren. Außerdem bekomme die Sprache sehr viel Raum. „Insgesamt 43 Beteiligte stecken auf und hinter der Bühne ihr Herzblut in das Projekt“, sagt Schröder. Von den Kostümen über das Bühnenbild bis hin zum Merchandising macht das Team alles selbst.

Unterstützt wird der Verein mit 800 Euro vom städtischen Kulturamt. „Wir hoffen, dass wir den notwendigen Betrag zur Deckung der Kosten zusammenbekommen“, sagt die Produktionsleiterin. Außerdem werden noch Musiker benötigt, Streicher und ein Akkordeon-Spieler.

Über die UNIKAT Crowdfunding-Plattform sind seit dem Start im Februar 2014 bereits mehr als 100 000 Euro für Projekte aus der Region eingeworben worden. Hintergrund

Weitere Informationen zum Projekt und zu UNIKAT gibt es im Internet:

vodareiland.de

www.unikat-crowdfunding.de

Von Mirko Konrad

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